Diversity | Wissenschaft

Wir können nicht mit Vielfalt umgehen

Wissenschaft Viele Studien belegen die Vorzüge der Diversität. Doch in der Praxis werden wir alle von versteckten Vorurteilen geleitet und wehren uns unbewusst gegen Andersartigkeit. Gibt es einen Ausweg aus diesem Dilemma?

Von Lisa Burrell
„Katy Per­ry – Ham­mers­mith Apol­lo, Lon­don, 17th & 18th March 2011“; aus der Fo­to­se­rie „The Di­sci­ples“ von Ja­mes Moll­ison

Die Vor­tei­le der Viel­falt in Un­ter­neh­men sind un­be­streit­bar. Ber­ge­wei­se Stu­di­en aus meh­re­ren Jahr­zehn­ten wei­sen nach, dass eine di­ver­si­fi­zier­te Be­leg­schaft mess­bar bes­ser Ent­schei­dun­gen trifft, Pro­ble­me löst und mehr Krea­ti­vi­tät, in­no­va­ti­ves Den­ken und Fle­xi­bi­li­tät an den Tag legt. Die meis­ten von uns sind auch über­zeugt da­von, dass sich Ein­stel­lungs-, Be­för­de­rungs- und Ver­gü­tungs­ent­schei­dun­gen ein­zig und al­lein auf Leis­tung und Ver­dienst grün­den soll­ten. Auch wenn bei­de Kon­zep­te auf den ers­ten Blick nicht wi­der­sprüch­lich schei­nen, sind sie in der Pra­xis schwie­rig in Ein­klang zu brin­gen, weil un­se­re Vor­ur­tei­le uns im­mer wie­der ei­nen Strich durch die Rech­nung ma­chen.

Das Pro­blem mit der Leis­tung

Es mag ein­fach und of­fen­sicht­lich klin­gen, dass die Leis­tung für Ent­schei­dun­gen im Per­so­nal­be­reich aus­schlag­ge­bend sein soll­te, doch ganz so sim­pel ist es nicht. Wir glau­ben Ta­len­te zu er­ken­nen, wenn wir sie se­hen, aber in der Re­gel ist das nicht der Fall. In Wahr­heit sind wir ganz schlecht dar­in, Men­schen ob­jek­tiv zu be­ur­tei­len. Aus ge­nau die­sem Grund ha­ben Or­ches­ter schon vor Jahr­zehn­ten da­mit be­gon­nen, so­ge­nann­te Blind Au­di­tions ab­zu­hal­ten, die Mu­si­ker spie­len da­bei hin­ter ei­ner Wand. Es ist auch der Grund, wes­halb Al­go­rith­men heut­zu­ta­ge häu­fig bes­se­re Ein­stel­lungs­ent­schei­dun­gen tref­fen als Men­schen. Und war­um so vie­le Un­ter­neh­men nach Al­ter­na­ti­ven zu tra­di­tio­nel­len Leis­tungs­be­wer­tun­gen su­chen. Selbst (und vor al­lem) wenn Un­ter­neh­mens­lei­ter be­son­ders dar­auf po­chen, dass es in ih­rem Be­trieb fair zu­geht, sor­gen Vor­ur­tei­le im­mer wie­der da­für, dass Mit­ar­bei­ter, die die­sel­be Leis­tung brin­gen, un­ter­schied­lich be­wer­tet und be­han­delt wer­den. Das konn­ten Emi­lio Cas­til­la vom Mas­sa­chu­setts In­sti­tu­te of Tech­no­lo­gy und Ste­phen Ben­ard von der In­dia­na Uni­ver­si­ty in ih­rer be­kann­ten For­schungs­ar­beit über das „Pa­ra­dox der Me­ri­to­kra­tie“ be­le­gen.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 12/2016.