Strategien

Die langsame Expansion

Chefsache Die Marke Muji ist bekannt für erschwingliche, nachhaltige Produkte ohne Schnickschnack. Auch für die Eroberung der weltweiten Märkte hat das japanische Unternehmen Ryohin Keikaku seine ganz eigene Strategie. Der Chairman Masaaki Kanai erzählt, was Muji so besonders und anders macht.

Von Masaaki Kanai

Im Jahr 1980 star­te­ten die Füh­rungs­kräf­te von Seiyu, ei­nem Toch­ter­un­ter­neh­men des ja­pa­ni­schen Ein­zel­han­dels­kon­zerns Sai­son Group, mit Mu­ji­ru­shi Ryo­hin (Muji) eine ei­ge­ne Li­nie für Haus­halts­wa­ren, Le­bens­mit­tel und Be­klei­dung. Die Idee da­hin­ter war, schö­ne, preis­wer­te Pro­duk­te ohne Schnick­schnack oder über­mä­ßi­ges De­sign her­zu­stel­len. Pro­duk­te, die je­der ja­pa­ni­sche Kon­su­ment ge­brau­chen konn­te. Über­setzt be­deu­tet der Name Mu­ji­ru­shi Ryo­hin „Qua­li­täts­pro­duk­te ohne Mar­ken­na­men“. Am An­fang stand nicht das Ge­schäfts­wachs­tum im Fo­kus, son­dern die Ver­wirk­li­chung des Kon­zepts. Wir wa­ren da­von über­zeugt, dass wir auch au­ßer­halb Ja­pans Nach­fra­ge für un­se­re No-Name-Mar­ke – ihre Pro­duk­te und Wer­te – er­zeu­gen wür­den.

Ende der 80er Jah­re son­dier­ten wir den Markt. Muji nahm an ei­ner Aus­stel­lung ja­pa­ni­scher Pro­duk­te in Lon­don teil, und bri­ti­sche Ein­zel­händ­ler wa­ren so­fort Feu­er und Flam­me. Ob­wohl das Kauf­haus Har­rods zu­erst In­ter­es­se be­kun­de­te, die Li­nie zu ver­trei­ben, lehn­ten mei­ne Vor­gän­ger dies je­doch ab, da die bei­den Un­ter­neh­mens­kul­tu­ren ih­rer Mei­nung nach nicht gut zu­sam­men­pass­ten. Statt­des­sen gin­gen wir ein Joint Ven­ture mit Li­ber­ty ein, ei­nem bri­ti­schen Kauf­haus, das sich mehr auf De­sign kon­zen­trier­te. Die­se Part­ner­schaft er­mu­tig­te uns, und wir ent­deck­ten ein neu­es Ziel: Wir woll­ten un­ser Ethos vom gu­ten, er­schwing­li­chen, nach­hal­ti­gen De­sign in die gan­ze Welt brin­gen.

Wenn ein Un­ter­neh­men im Aus­land eine Nach­fra­ge für sei­ne Pro­duk­te er­kennt, ver­sucht es nor­ma­ler­wei­se schnell zu ex­pan­die­ren. Wir hat­ten al­ler­dings zu der Zeit kei­ne auf­stre­ben­den Wett­be­wer­ber. Au­ßer­dem ver­füg­ten wir we­der über er­fah­re­nes Per­so­nal noch über ein sta­bi­les Un­ter­neh­mens­sys­tem, so­dass wir be­son­ne­ner vor­ge­hen muss­ten. Also be­gan­nen wir un­se­re Aus­lands­pro­jek­te vor­sich­tig und be­wusst.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 4/2018.