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Wie MOOCs die Weiterbildung verAndern

Massive Open Online Courses (MOOCs) sind kostenlos, oft qualitativ hochwertig und auch mit vollem Terminkalender zu stemmen. Doch wie eine Studie zeigt, fühlen sich Unternehmen bislang nicht für diese Art der Weiterbildung zuständig. Eine vertane Chance.

Von Monika Hamori

Unter­neh­men be­haup­ten im­mer, die Wei­ter­bil­dung und be­ruf­li­che Ent­wick­lung ih­rer Mit­ar­bei­ter sei ih­nen wich­tig. In der Pra­xis je­doch spa­ren sie an Trai­nings­maß­nah­men und über­las­sen es Ar­beit­neh­mern oft selbst, sich wei­ter­zu­qua­li­fi­zie­ren. In ei­ner Be­fra­gung un­ter 1481 be­rufs­tä­ti­gen Kurs­teil­neh­mern, die ich kürz­lich durch­ge­führt habe, ga­ben mehr als ein Drit­tel an, sie hät­ten in den ver­gan­ge­nen zwölf Mo­na­ten kei­ne Wei­ter­bil­dung durch ih­ren Ar­beit­ge­ber er­hal­ten. Die Be­frag­ten wa­ren vor­wie­gend Ma­na­ger und Wis­sens­ar­bei­ter, die an On­line­kur­sen teil­ge­nom­men hat­ten. Noch schlech­ter sieht es aus, wenn man sich die Be­rufs­tä­ti­gen ins­ge­samt an­schaut. So sank in den USA der An­teil der­je­ni­gen, die eine vom Ar­beit­ge­ber ge­för­der­te Wei­ter­bil­dung er­hiel­ten, von 21 Pro­zent im Jahr 2001 auf 15 Pro­zent im Jahr 2009 (die neu­es­ten ver­füg­ba­ren Zah­len). Das hat­te nichts mit der wirt­schaft­li­chen Ent­wick­lung zu tun: In Zei­ten des Wirt­schafts­wachs­tums san­ken die Zah­len schnel­ler als wäh­rend ei­ner Re­zes­si­on.

Das be­deu­tet, vie­le Men­schen, die sich in ih­rem Be­ruf wei­ter­qua­li­fi­zie­ren möch­ten, sind auf sich al­lein ge­stellt. Dar­an könn­ten Un­ter­neh­men durch­aus et­was än­dern und den Rück­gang be­trieb­li­cher Wei­ter­bil­dungs­maß­nah­men auf­hal­ten: in­dem sie ihre Mit­ar­bei­ter er­mu­ti­gen und da­bei un­ter­stüt­zen, sich für so­ge­nann­te MOOCs an­zu­mel­den. Die Ab­kür­zung (aus­ge­spro­chen: „Muhks") steht für „Mas­si­ve Open On­line Cour­ses“, also of­fen zu­gäng­li­che, in­ter­ak­ti­ve On­line­kur­se. Die­se sind auf Platt­for­men wie Cour­se­ra und EdX kos­ten­güns­tig ver­füg­bar. (Eine Lis­te mit deutsch­spra­chi­gen Kur­sen fin­den Sie im Kas­ten „Deut­sche An­ge­bo­te").

Seit sie 2008 in der Wei­ter­bil­dungs­sze­ne auf­tauch­ten, ha­ben sich MOOCs zu­neh­mend auf Wis­sen spe­zia­li­siert, das für das Ar­beits­le­ben wich­tig ist. Die Kursthe­men rei­chen von ma­schi­nel­lem Ler­nen und Java-Pro­gram­mie­rung bis hin zu Kom­mu­ni­ka­ti­on und Füh­rungs­ver­hal­ten. Geht man da­von aus, dass Ar­beit­neh­mer MOOCs be­reits von sich aus nut­zen, um wei­te­re Fach­kennt­nis­se zu er­wer­ben und ihre Kar­rie­re­chan­cen zu ver­bes­sern, liegt hier für die Be­trie­be noch eine un­ge­nutz­te Chan­ce, die­se Form der Wei­ter­bil­dung für ihre Un­ter­neh­mens­zie­le nutz­bar zu ma­chen.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 4/2018.