40 Jahre HBM

Schumpeter ist aktueller denn je

Die Managementforschung hat in den vergangenen 40 Jahren große Fortschritte gemacht – beeinflusst und getrieben von weltweiten Megatrends. Ein Überblick über die Theorien und Themen, die in Zukunft wichtig werden.

Von Jörg Rocholl

Schöp­fe­ri­sche Zer­stö­rung. Ich hör­te den Be­griff zum ers­ten Mal, als ich mein Stu­di­um der Wirt­schafts­wis­sen­schaf­ten an der Uni­ver­si­tät Wit­ten/​Her­de­cke im Jahr 1995 be­gann. Was sich zu­nächst wi­der­sprüch­lich an­hör­te, of­fen­bar­te sich bei nä­he­rer Be­trach­tung als eine höchst re­le­van­te Er­kennt­nis. Der Pro­zess der schöp­fe­ri­schen Zer­stö­rung, so schrieb der ös­ter­rei­chi­sche Öko­nom Jo­seph Schum­pe­ter, sei „das für den Ka­pi­ta­lis­mus we­sent­li­che Fak­tum": Un­ter­neh­men set­zen In­no­va­tio­nen am Markt durch, tre­ten da­mit in Kon­kur­renz zu An­bie­tern be­ste­hen­der Gü­ter und Dienst­leis­tun­gen und ver­drän­gen die­se schließ­lich. Die­ser Pro­zess er­folgt nicht re­gel­mä­ßig, son­dern „in un­ste­ten Stö­ßen, die von­ein­an­der durch Span­nen ver­hält­nis­mä­ßi­ger Ruhe ge­trennt sind“.

In den ver­gan­ge­nen 40 Jah­ren gab es ei­ni­ge die­ser Stö­ße. Ge­ra­de er­le­ben wir eine be­son­ders hef­ti­ge Er­schüt­te­rung, aus­ge­löst durch die Di­gi­ta­li­sie­rung: Ge­schäfts­mo­del­le, die über Jahr­zehn­te gut funk­tio­nier­ten, ge­ra­ten ins Wan­ken. Eta­blier­te Un­ter­neh­men müs­sen sich schnell und deut­lich ver­än­dern, um ge­gen neue Kon­kur­ren­ten be­ste­hen zu kön­nen. Aber nicht alle die­se Stö­ße ha­ben nach­hal­ti­ge Aus­wir­kun­gen auf die Wirt­schaft. Ei­ni­ge von ih­nen kom­men und ge­hen wie Mo­de­trends. In die­sem Bei­trag möch­te ich Ih­nen ei­nen Über­blick über die we­sent­li­chen Mo­del­le und Theo­ri­en ge­ben, die das wirt­schaft­li­che Den­ken und Han­deln der ver­gan­ge­nen vier Jahr­zehn­te ge­prägt ha­ben. Ich wage auch ei­nen Aus­blick auf die Zu­kunft.

Drei gro­ße Er­eig­nis­se

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 10/2019.