40 Jahre HBM

„Zeit ist der kritische Faktor“

Andreas Pinkwart ist Experte für Innovationen und einer ihrer leidenschaftlichsten Propagandisten – als Professor, Hochschulmanager und als Minister in verschiedenen Ressorts. Ein Gespräch über Managementforschung, die Stellung deutscher Unternehmen im internationalen Wettbewerb und die Rolle der Politik in der digitalen Transformation.

Herr Pink­wart, in ei­ner frü­he­ren Lan­des­re­gie­rung wa­ren Sie Wis­sen­schafts­mi­nis­ter, jetzt sind Sie zu­stän­dig für die Wirt­schaft. Aber egal, wo Sie am Düs­sel­dor­fer Ka­bi­netts­tisch Platz neh­men: Das The­ma In­no­va­ti­on ho­len Sie im­mer in Ihr Res­sort. Wo­her rührt das In­ter­es­se?

Pink­wart Ich könn­te mit ei­nem Kom­pli­ment pas­send zu Ih­rem 40. Ju­bi­lä­um ant­wor­ten, wo­nach mir schon in den 80er Jah­ren ein Bei­trag in Ih­rem Heft das The­ma In­no­va­ti­ons­ma­nage­ment na­he­ge­bracht hat. Aber es war für mich schon im­mer span­nend zu un­ter­su­chen, wie wir auf neue Ide­en kom­men. Noch mehr fas­zi­niert hat mich die Fra­ge: Wie set­zen wir sie um? Wir re­den ja erst dann von er­folg­rei­cher In­no­va­ti­on, wenn sich Er­fin­dun­gen auch auf dem Markt aus­brei­ten. In mei­ner Di­plom­ar­beit an der Uni­ver­si­tät Bonn habe ich mich da­mit be­schäf­tigt, wel­che Rol­le Ri­si­ko­ka­pi­tal da­bei spielt. Spä­ter habe ich mich mit Cha­os­for­schung be­fasst, ge­nau­er: mit dis­kon­ti­nu­ier­li­chen Ent­wick­lungs­pro­zes­sen im In­no­va­ti­ons­be­reich von Un­ter­neh­men. Wir spre­chen heu­te gern von Dis­rup­ti­on, frü­her nann­te es Schum­pe­ter schöp­fe­ri­sche Zer­stö­rung. Da­von se­hen wir heu­te mehr und mehr, auch weil sich die In­no­va­ti­ons­zy­klen in den ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten stark ver­kürzt ha­ben. Mar­kan­tes­tes Bei­spiel dürf­te Ko­dak sein: Markt­füh­rer über Jahr­zehn­te, dann im Null­kom­ma­nichts ganz vom Markt ver­schwun­den. Mit der Di­gi­tal­ka­me­ra hielt eine neue Tech­no­lo­gie Ein­zug, die auch das Ge­schäfts­mo­dell des Un­ter­neh­mens in kür­zes­ter Zeit ob­so­let mach­te.

Las­sen sich Dis­rup­tio­nen vor­her­sa­gen?

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 10/2019.