40 Jahre HBM

Was gute Studien auszeichnet

An Instituten, Forschungseinrichtungen und in Beratungen entstehen zuhauf Veröffentlichungen, die wissenschaftlich daherkommen – die präsentierten Ergebnisse taugen aber nur selten als Grundlage für wichtige Entscheidungen. Ein kritischer Wegweiser durch den Studiendschungel.

Von Holger Rust

Wenn wir die nun gut 60 Jah­re wäh­ren­de Ge­schich­te der Zu­kunfts­for­schung an­schau­en, zeich­net sich ein be­mer­kens­wer­ter Trend ab: In der Hoch­kon­junk­tur der ein­schlä­gi­gen Me­tho­den um die 50er und 60er Jah­re lag der zeit­li­che Ho­ri­zont für Sze­na­ri­os noch bei 40, der wirt­schafts­wis­sen­schaft­li­chen Fo­re­sight-Re­se­arch bei etwa 30 Jah­ren. Die ak­tu­el­len Va­ria­tio­nen, die der­zeit in den USA er­probt wer­den, etwa als „Su­per­fo­re­cas­ting“, neh­men al­len­falls noch fünf Jah­re in den Blick. Gleich­zei­tig sind Fach­in­for­ma­tio­nen – vor al­lem in den Be­rei­chen Di­gi­ta­li­sie­rung, Stra­te­gie und Ma­nage­ment – im­mer ver­gäng­li­cher.

Das lässt sich un­ter an­de­rem auch an dem ge­ra­de­zu in­fla­tio­nä­ren Ge­brauch des Be­griffs Vo­la­ti­li­tät er­ken­nen. Die Tat­sa­che, dass die meis­ten Ent­wick­lun­gen we­der mit­tel- bis lang­fris­tig noch in vol­lem Um­fang und viel­leicht nicht ein­mal mehr über­haupt pro­gnos­ti­ziert wer­den kön­nen, führt zu pro­fun­der Un­si­cher­heit.

Zur Be­wäl­ti­gung die­ser Un­si­cher­heit hat sich eine be­son­de­re Dienst­leis­tungs­bran­che ent­wi­ckelt: Sie ver­brei­tet „Stu­di­en“, Hun­dert­tau­sen­de pro Jahr. Es gibt ei­nen gro­ßen Markt da­für. Sie sind ei­ner­seits wich­tig für neue Er­kennt­nis­se, die aus Im­pul­sen und Er­fah­run­gen an­de­rer re­sul­tie­ren. An­de­rer­seits hal­ten vie­le der an­ge­bo­te­nen Stu­di­en die Qua­li­täts­kri­te­ri­en der Wis­sen­schaft nicht ein, ihr Fo­kus liegt auf der Ver­käuf­lich­keit. Und die­se steigt nun mal mit dem Sen­sa­ti­ons­wert: je un­ge­wöhn­li­cher die Er­geb­nis­se, des­to grö­ßer der Markt­wert und die Ver­brei­tung. Umso wich­ti­ger wäre es, im Cha­os der In­for­ma­tio­nen und der Aber­tau­send Ver­spre­chun­gen für Er­folgs­vor­aus­sa­gen ge­nau die Stu­di­en zu er­ken­nen, die wich­tig sind. Und die an­de­ren, die op­por­tu­nis­tisch Mo­den be­die­nen, zu igno­rie­ren.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 10/2019.