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Wort des Monats: Malvertising

Sie se­hen aus wie harm­lo­se On­line­an­zei­gen, doch wer sie an­klickt, lädt sich Schad­pro­gram­me auf den Rech­ner und ge­währt Cy­ber­kri­mi­nel­len Zu­gang zu sen­si­blen Da­ten. „Bös­ar­ti­ge Wer­bung“ – so lässt sich Mal­ver­ti­sing über­set­zen – ist nicht nur für arg­lo­se User ein Pro­blem, son­dern auch für se­riö­se Wer­be­netz­wer­ke und Me­di­en. In der Ver­gan­gen­heit traf es un­ter an­de­rem die Web­sites von Ebay.de, T-on­line.de, der „New York Times“ und deut­scher Re­gio­nal­zei­tun­gen. Mal­ver­ti­sing ist ei­ner der Grün­de da­für, dass miss­traui­sche User noch sel­te­ner auf Wer­be­ban­ner kli­cken.

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Technologie: Smartphones werden auch bei Älteren zum Standard

Das Smart­pho­ne ist da­bei, den Lap­top als wich­tigs­tes Zu­gangs­ge­rät zum In­ter­net ab­zu­lö­sen – in fast al­len Al­ters­grup­pen. Nur die über 55-Jäh­ri­gen ge­hen noch häu­fi­ger mit ih­rem Lap­top oder Desk­top-PC on­line als mit mo­bi­len Ge­rä­ten, be­sit­zen aber zu gro­ßen Tei­len eben­falls ein Smart­pho­ne. Das hat eine Stu­die des Bun­des­ver­bands Di­gi­ta­le Wirt­schaft (BVDW) un­ter 1002 re­prä­sen­ta­tiv aus­ge­wähl­ten Deut­schen er­ge­ben. „Die Be­deu­tung des Smart­pho­nes für un­se­re Ge­sell­schaft kann man in­zwi­schen gar nicht zu hoch ein­stu­fen“, fin­det BVDW-Prä­si­dent Mat­thi­as Wahl. „Die stür­mi­sche Ent­wick­lung der mo­bi­len Nut­zung ist im All­tag über­all zu se­hen.“ Im Ver­gleich zum Vor­jahr ist die Nut­zung von Smart­pho­nes an Werk­ta­gen noch ein­mal um 14 Pro­zent ge­stie­gen, an Wo­chen­en­den so­gar um 19 Pro­zent. 87 Pro­zent der Smart­pho­ne-Be­sit­zer nut­zen In­stant-Mes­sa­ging-Diens­te wie Whats­App, das ist ein An­stieg von 5 Pro­zent­punk­ten im Ver­gleich zu 2018.

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57.870 Euro

be­trägt der durch­schnitt­li­che Brut­to­lis­ten­preis der Fir­men­wa­gen von Steu­er­be­ra­tern, Jus­ti­zi­a­ren und An­wäl­ten in ei­ner Füh­rungs­po­si­ti­on. Das ist der höchs­te Preis un­ter Füh­rungs­kräf­ten al­ler Un­ter­neh­mens­be­rei­che. Deut­lich güns­ti­ger, näm­lich 46.650 Euro, sind da­ge­gen die Fir­men­wa­gen von Per­so­nal­ma­na­gern.

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Compliance: Der Chef kommt

Ver­trau­en ist gut, Kon­trol­le ist bes­ser – das gilt auch für Un­ter­neh­men mit Nie­der­las­sun­gen weit­ab der Zen­tra­le. Schi­cken die­se ihre Ma­na­ger häu­fi­ger auf Kon­troll­be­such in Fa­bri­ken oder Ver­triebs­nie­der­las­sun­gen, die be­reits durch Fehl­ver­hal­ten auf­fäl­lig ge­wor­den sind, dann sinkt die Zahl der Ver­stö­ße um 2 Pro­zent und die Höhe der da­mit ver­bun­de­nen be­hörd­li­chen Straf­zah­lun­gen so­gar um 23,4 Pro­zent. Das ha­ben Jo­nas Heese und Ge­rar­do Pe­rez Ca­va­zos von der Har­vard Busi­ness School bei ei­ner Ana­ly­se von 1166 Un­ter­neh­men welt­weit und 10.556 ih­rer Nie­der­las­sun­gen her­aus­ge­fun­den. Sie un­ter­such­ten 21.268 Ver­stö­ße aus den Jah­ren 2000 bis 2017 und ver­gli­chen sie mit der Ein­füh­rung neu­er Pas­sa­gier­flug­stre­cken durch Air­lines – eine Me­tho­de, die be­reits bei ähn­li­chen Un­ter­su­chun­gen ein­ge­setzt wor­den war. Die Über­le­gung: Wenn Rei­se­zeit und Rei­se­kos­ten we­gen der neu­en Stre­cken sin­ken, wer­den mehr Füh­rungs­kräf­te aus der Zen­tra­le auf Kon­troll­be­such ge­hen. In in­ten­si­ver kon­trol­lier­ten Nie­der­las­sun­gen, so ihre Ver­mu­tung, wer­de da­durch die Zahl der Ver­stö­ße sin­ken.

Ihre An­nah­men er­wie­sen sich als kor­rekt. Da­bei stell­te sich her­aus, dass star­ke Kon­troll­sys­te­me eben­so gut wir­ken wie per­sön­li­che Be­su­che. Die zu­neh­men­de Ein­füh­rung von Breit­band-In­ter­net hin­ge­gen– das eine in­ten­si­ve­re Kom­mu­ni­ka­ti­on über wei­te Dis­tan­zen er­mög­licht – senk­te zwar die Not­wen­dig­keit für Be­su­che in den Nie­der­las­sun­gen, reich­te aber nicht an de­ren durch­schla­gen­de Wir­kung her­an.

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Marketing: Pink ist peinlich

Ü-Eier für Mäd­chen, „Wild Re­bel“-Dusch­gel für ech­te Ker­le oder rosa Gar­ten­hand­schu­he „Lady“ – im­mer wie­der ver­su­chen Un­ter­neh­men, ihre Pro­duk­te nach Ge­schlech­tern ge­trennt zu ver­mark­ten. Doch das kann nach hin­ten los­ge­hen, wie eine Stu­die der Har­vard Busi­ness School be­legt. Of­fen­bar schreckt Gen­der­mar­ke­ting ge­nau die Men­schen ab, die es an­spre­chen soll – ob­wohl sie das Pro­dukt wo­mög­lich kau­fen wür­den, wäre es ge­schlechts­neu­tral ver­packt und be­wor­ben. So soll­ten die Teil­neh­mer ei­nes Ex­pe­ri­ments zwi­schen ei­nem grü­nen und ei­nem li­la­far­be­nen Ta­schen­rech­ner wäh­len, um da­mit Ma­the­auf­ga­ben zu lö­sen. Wa­ren die lila Rech­ner mit der Kenn­zeich­nung „für Frau­en“ ver­se­hen, ent­schie­den sich nur 24 Pro­zent der weib­li­chen Pro­ban­den da­für. Fehl­te die­ses La­bel, dann wähl­ten 51 Pro­zent der Frau­en ei­nen Ta­schen­rech­ner in Lila. „Wenn der lila Rech­ner kei­ne Auf­schrift trägt, ist er ein­fach nur ein lila Rech­ner“, sagt Les­lie K. John, eine der Au­to­rin­nen der Stu­die. „Dann ist die Wahr­schein­lich­keit grö­ßer, dass Frau­en sich da­für ent­schei­den, denn wie wir her­aus­fan­den, mö­gen sie Lila et­was lie­ber als Grün.“

Aber so­bald die lila Ta­schen­rech­ner den Auf­kle­ber tru­gen, ka­men sie für die meis­ten Frau­en nicht mehr in­fra­ge, weil die­se sich da­durch auf eine ein­zi­ge Iden­ti­tät re­du­ziert fühl­ten. Zwar sei Gen­der­mar­ke­ting für ei­ni­ge Pro­duk­te wie Vit­amin­prä­pa­ra­te durch­aus sinn­voll, sa­gen die Wis­sen­schaft­ler – je­den­falls so­lan­ge ein kla­rer in­halt­li­cher Un­ter­schied zwi­schen den Pro­duk­ten für Frau­en und de­nen für Män­ner be­ste­he. Doch in der Re­gel soll­ten Un­ter­neh­men mit Frau­en- und Män­ner­eti­ket­ten vor­sich­tig um­ge­hen. Die­se re­pro­du­zier­ten Ste­reo­ty­pe, die ins­be­son­de­re Frau­en ver­är­gern könn­ten.

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Wachstum: Mein Name ist Hase.com

Jun­ge Un­ter­neh­men, die nach ih­rem Grün­der be­nannt sind, wach­sen lang­sa­mer als ver­gleich­ba­re Start-ups. Au­ßer­dem sind sie pro­fi­ta­bler. Das hat eine Da­ten­ana­ly­se von rund 1,4 Mil­lio­nen west­eu­ro­päi­schen Un­ter­neh­men er­ge­ben. Of­fen­bar ha­ben ihre Grün­der zu An­fang die Ent­schei­dung ge­trof­fen, stär­ker auf An­se­hen und Qua­li­tät ih­res Un­ter­neh­mens zu set­zen und dies durch den gu­ten Na­men des Grün­ders zu un­ter­strei­chen. Wer da­ge­gen eher auf Wachs­tum setzt, wird in der Re­gel ei­nen neu­tra­len Un­ter­neh­mens­na­men wäh­len.

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57 %

der deut­schen Ge­schäfts­rei­sen­den sind be­reit, zu­guns­ten des Kli­ma­schut­zes Ab­stri­che bei Preis, Schnel­lig­keit und Kom­fort ih­rer Rei­sen zu ma­chen. Rund 44 Pro­zent ge­ben an, ihre Dienst­rei­sen schon jetzt mög­lichst kli­ma­freund­lich zu ge­stal­ten.

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Start-ups: Welches Land hat die meisten Einhörner?

Bei der Zahl sei­ner Uni­corns hat Chi­na in­zwi­schen die USA über­holt, das Mut­ter­land al­ler Ein­hör­ner. Zu­sam­men­ge­nom­men sind die bei­den Län­der Sitz von 83 Pro­zent der 494 Uni­corns welt­weit. (Als Uni­corns gel­ten Start-ups mit ei­ner Markt­be­wer­tung von über ei­ner Mil­li­ar­de US-Dol­lar.) Das zeigt eine 2019 erst­mals ver­öf­fent­lich­te Lis­te des Hu­run Re­se­arch In­sti­tu­te mit Sitz in Shang­hai, das re­gel­mä­ßig auch eine Rang­lis­te der reichs­ten Chi­ne­sen her­aus­gibt. Deutsch­land nimmt auf der Uni­corn-Lis­te den fünf­ten Rang ein, mit ins­ge­samt sie­ben mil­li­ar­den­schwe­ren Un­ter­neh­men: Au­to1, N26, Cu­re­Vac, Flix­Bus, Abou­tY­ou, Ge­tYour­Gui­de und Omio. Die meis­ten Uni­corns welt­weit (68) sind im E-Com­mer­ce tä­tig, ge­folgt von der Fin­tech-Bran­che (56), Cloud-Ser­vices (44), künst­li­cher In­tel­li­genz (40) und Lo­gis­tik (34).

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Resilienz: Was Nietzsche sagte, ist jetzt bewiesen

Eine gro­ße Chan­ce knapp zu ver­pas­sen muss nichts Ne­ga­ti­ves sein. Das be­legt eine Stu­die un­ter mehr als 1000 jun­gen US-Wis­sen­schaft­lern, die sich ganz knapp nicht für ein me­di­zi­ni­sches For­schungs­sti­pen­di­um qua­li­fi­zie­ren konn­ten. Im Lau­fe ei­nes Jahr­zehnts ver­öf­fent­lich­ten sie spä­ter ge­nau­so vie­le Stu­di­en wie ihre Kon­kur­ren­ten, die das Sti­pen­di­um er­hal­ten hat­ten. Ihre Ar­bei­ten wa­ren je­doch von deut­lich hö­he­rer Wir­kungs­kraft. Der Rück­schlag habe sie da­vor be­wahrt, sich wie die Sti­pen­di­en­ge­win­ner auf ih­ren Lor­bee­ren aus­zu­ru­hen, er­klä­ren die Au­to­ren. Die Stu­die lie­fe­re da­mit ei­nen der ers­ten em­pi­ri­schen Be­wei­se für den be­rühm­ten Nietz­sche-Spruch „Was mich nicht um­bringt, macht mich stär­ker.“

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Personal: Jobsharer hadern mit IT-Systemen

Wer sich sei­ne Stel­le mit je­mand an­de­rem teilt, ist meist ex­trem zu­frie­den mit At­mo­sphä­re und Ab­stim­mung im Zwei­er­team: 98 Pro­zent be­rich­ten von „sehr gu­ten“ oder „gu­ten“ Er­fah­run­gen, wie eine Stu­die zu Job­sha­ring un­ter deut­schen Fach- und Füh­rungs­kräf­ten zeigt. Je­doch be­fürch­ten vie­le Be­frag­te Nach­tei­le für ihre Kar­rie­re – Män­ner (56 Pro­zent) noch mehr als Frau­en (36 Pro­zent). Un­nö­tig er­schwert wer­de die Ar­beit zu­dem durch IT-Sys­te­me und Or­ga­ni­gram­me, in de­nen ge­teil­te Ver­ant­wor­tung schlicht nicht vor­ge­se­hen ist.

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