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Noten schaden

Verteidigen Sie Ihre Forschung Die Studie: Masha Shunko von der University of Washington und ihre Kollegen haben Daten von 382 Einwohnern Singapurs analysiert, die – in der Aussicht auf einen Versicherungsrabatt – ihr Fahrverhalten von einer App bewerten ließen. Die Forscher stellten fest, dass die Fahrweise sich um 13,3 Prozent verschlechterte, wenn die Fahrer unmittelbar zuvor ihr Rating gesichtet hatten.
Die These: Direktes Feedback ist schlecht für die Leistung.

Frau Shun­ko, wie ha­ben Sie her­aus­ge­fun­den, dass Be­wer­tun­gen Men­schen zu schlech­te­ren Au­to­fah­rern ma­chen?

Shun­ko Die von uns un­ter­such­ten Fah­rer hat­ten eine App von Ra­xel Te­le­ma­tics in­stal­liert, die No­ten für Ver­hal­tens­wei­sen ver­gab wie Ge­schwin­dig­keit, Brems­ver­hal­ten, Be­schleu­ni­gen und so wei­ter. Sie konn­ten nach­ver­fol­gen, wie sie bei je­der Fahrt ab­schnit­ten, und er­hiel­ten eine Ge­samt­no­te. Wenn sie die­se Be­wer­tung sechs Mo­na­te lang über 70 Punk­ten hiel­ten (von 100 mög­li­chen), qua­li­fi­zier­ten sie sich für ei­nen Ra­batt bei der Ver­si­che­rung. Die meis­ten Fah­rer schau­ten sich das Feed­back nicht an. Aber als wir die Leis­tung de­rer un­ter­such­ten, die das ge­tan hat­ten, stell­ten wir fest, dass sich das Fahr­ver­hal­ten da­nach ver­schlech­ter­te. Das soll nicht hei­ßen, dass sich nie­mand ver­bes­ser­te, nach­dem er die No­ten er­hal­ten hat­te, bei man­chen traf das zu. Aber wir fan­den ei­nen Zu­sam­men­hang zwi­schen dem Be­trach­ten des Feed­backs und ei­ner Zu­nah­me von ge­fähr­li­chem Ver­hal­ten – zum Bei­spiel ei­nen An­stieg von 18 Pro­zent bei mit zu ho­her Ge­schwin­dig­keit zu­rück­ge­leg­ter Stre­cke.


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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 1/2020.