Schwerpunkt

Die Stärke unsicht­barer Teams

Mancherorts gehen die Menschen mit Leidenschaft zur Arbeit. Liegt das an der tollen Unternehmenskultur - oder doch nur am Geld? Eine weltweite Befragung von 19.000 Beschäftigten ergab: nichts von beidem. Die engagiertesten Mitarbeiter haben das Gefühl, einem Team anzugehören.

Von Marcus Buckingham, Ashley Goodall
ÜBER DIE BIL­DER: Seit 2014 fo­to­gra­fiert Má­ria Švar­bo­vá Schwimm­bä­der in der Slo­wa­kei; die meis­ten von ih­nen stam­men aus der so­zia­lis­ti­schen Zeit. Švar­bo­vá nennt ihre Rei­he „In the Swim­ming Pool“. Wir ha­ben für un­se­ren Schwer­punkt Auf­nah­men aus­ge­wählt, die Ge­mein­schaft sym­bo­li­sie­ren.

Zwei Kran­ken­pfle­ger. Glei­cher Be­ruf, ver­schie­de­ne Kli­ni­ken. Die eine Pfle­ge­kraft be­treut ihre Pa­ti­en­ten her­vor­ra­gend, die an­de­re nicht. Wor­an liegt das?

Jor­dan ar­bei­tet seit drei Jah­ren in der or­tho­pä­di­schen Ab­tei­lung von Stan­ford Health Care. Vor Kur­zem führ­ten wir mit ihr ein In­ter­view. Sie er­zähl­te, wie glück­lich es sie macht, ei­nen Be­ruf aus­zu­üben, in dem es dar­um geht, Men­schen zur Ge­ne­sung zu ver­hel­fen. Vor al­lem ge­fällt ihr der in­ter­dis­zi­pli­nä­re An­satz: Fa­mi­lie, Fall­ma­na­ger, Arzt, Phy­sio- und Er­go­the­ra­peut, So­zi­al­ar­bei­ter und Kran­ken­pfle­ger ent­schei­den ge­mein­sam dar­über, was die bes­te Ver­sor­gung für den je­wei­li­gen Pa­ti­en­ten ist.

Fritz ist un­ge­fähr ge­nau­so lan­ge als Kran­ken­pfle­ger tä­tig wie Jor­dan, al­ler­dings in ei­ner an­de­ren Ab­tei­lung ei­nes an­de­ren Kran­ken­hau­ses. Er hat eben­so lan­ge Ar­beits­zei­ten wie Jor­dan. Doch im Ge­gen­satz zu ihr ge­hört er kei­nem in­ter­dis­zi­pli­nä­ren Team an. Er ist ei­ner von 76 Kran­ken­pfle­gern, die in ro­tie­ren­den Schich­ten ar­bei­ten, de­ren Mit­glie­der von Wo­che zu Wo­che wech­seln. Die­se Pfle­ge­kräf­te sind zwei Ver­wal­tungs­mit­ar­bei­tern und ei­ner Pfle­ge­dienst­lei­te­rin un­ter­stellt. Fritz tut sich schwer mit sei­ner Ar­beit. Zu Be­ginn sei­ner Kar­rie­re als Kran­ken­pfle­ger ver­spür­te er den glei­chen lei­den­schaft­li­chen Wunsch, Men­schen zu hel­fen, wie Jor­dan; doch in­zwi­schen ist er müde, aus­ge­brannt und trägt sich mit dem Ge­dan­ken, zu kün­di­gen. (Jor­dan ist eine tat­säch­lich exis­tie­ren­de Per­son, Fritz da­ge­gen eine fik­ti­ve Fi­gur, die auf den Er­zäh­lun­gen ver­schie­de­ner Pfle­ge­kräf­te be­ruht.)

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 1/2020.