Globalisierung

China droht die Wachstums­krise

Der scheinbar unaufhaltsame Wirtschaftsaufschwung im Reich der Mitte könnte schneller zu Ende sein, als wir glauben. Das Beispiel Japan zeigt, worauf sich das Land einstellen muss.

Von J. Stewart Black, Allen J. Morrison
Sie sind Sym­bo­le des schein­bar ewig wäh­ren­den Auf­schwungs: Hoch­häu­ser am Jang­tse-Fluss in der chi­ne­si­schen Mil­lio­nen­me­tro­po­le Wu­han. Doch nun ist ein Ende des Booms ab­seh­bar.

Es be­steht kein Zwei­fel dar­an, dass sich Chi­na in ei­nem wirt­schaft­li­chen Auf­schwung be­fin­det. Im Jahr 2018 schaff­ten es 111 Un­ter­neh­men mit Sitz in Chi­na auf die Glo­bal-500-Lis­te der Zeit­schrift „For­tu­ne“ – und er­reich­ten da­mit fast die Zahl von US-Un­ter­neh­men, die es in das Ran­king der um­satz­stärks­ten Welt­kon­zer­ne ge­schafft ha­ben, näm­lich 126. Noch im Jahr 1995 ge­hör­ten nur drei chi­ne­si­sche Un­ter­neh­men zu den Glo­bal 500; 2018 wa­ren schon drei un­ter den Top Ten. Kein Wun­der, dass man­che Be­ob­ach­ter glau­ben, das Land wer­de schon bald die USA als Sitz der meis­ten „For­tu­ne“-500-Un­ter­neh­men über­ho­len.

Das kann durch­aus pas­sie­ren, doch der Tri­umph wäre ver­mut­lich recht kurz­le­big. Un­se­re Skep­sis grün­det auf dem Bei­spiel Ja­pans: 1995 be­leg­te das Land der auf­ge­hen­den Son­ne den zwei­ten Platz auf der „For­tu­ne“-500-Lis­te, mit nur vier Un­ter­neh­men we­ni­ger als die USA (sie­he Gra­fik „Wird Chi­na das neue Ja­pan?). Die­se Po­si­ti­on ver­dank­te Ja­pan ei­nem jahr­zehn­te­lan­gen ra­pi­den Wachs­tum sei­ner Bin­nen­wirt­schaft – er­staun­li­chen 1171 Pro­zent von 1973 bis 1995.

Chi­na hat eine ganz ähn­li­che Ent­wick­lung durch­ge­macht. Seit 1995 ist die chi­ne­si­sche Bin­nen­wirt­schaft um den Fak­tor 16,6 ge­wach­sen – von ge­ra­de mal 735 Mil­li­ar­den auf heu­te 12,2 Bil­lio­nen Dol­lar. Die Kor­re­la­ti­on zwi­schen dem An­stieg des chi­ne­si­schen Brut­to­in­lands­pro­dukts (BIP) und dem Auf­stieg chi­ne­si­scher Un­ter­neh­men in die Glo­bal-500-Lis­te be­trägt 99 Pro­zent.

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