Psychologie

Führen in Zeiten der Angst

Viele Führungskräfte glauben, sie müssten jederzeit souverän und furchtlos auftreten. Diese Illusion aufrechtzuerhalten kostet viel Kraft, vor allem in der aktuellen Krise. So schaffen Sie es, andere aufzubauen, wenn Sie selbst zu kämpfen haben.

Von Morra Aarons-Mele

Die CEO ei­nes Start-ups sitzt in dem Büro, das sie erst vor Kur­zem für ihr rasch wach­sen­des Un­ter­neh­men an­ge­mie­tet hat. Es ist Haupt­ver­kehrs­zeit, aber auf den Stra­ßen drau­ßen ist es ru­hig, Glei­ches gilt für die 600 un­be­setz­ten Ar­beits­plät­ze vor ih­rer Bü­ro­tür. In ei­ner hal­ben Stun­de muss sie eine Vi­deo­kon­fe­renz lei­ten, um die Be­schäf­tig­ten zu be­ru­hi­gen. Doch sie ist selbst nie­der­ge­schla­gen, ver­un­si­chert und hat ganz ein­fach Angst.

Un­ter­schied­li­che Ver­sio­nen die­ses Sze­na­ri­os ha­ben sich in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten rund um den Glo­bus ab­ge­spielt, seit die Co­ro­na-Pan­de­mie uns im Griff hat und die Wirt­schaft her­un­ter­fährt. Grün­de­rin­nen und Grün­der, Füh­rungs­kräf­te und An­ge­stell­te muss­ten fast über Nacht er­fah­ren, wie fra­gil all das ist, was sie auf­ge­baut ha­ben.

An ei­nem Abend im März sag­te mein Mann zu mir: „Ich habe so eine Angst, aber das darf ich die Men­schen, die von mir ab­hän­gig sind, nicht spü­ren las­sen.“ Er hat­te stun­den­lang in Zoom-Kon­fe­ren­zen ge­ses­sen, um Team­mit­glie­der und Kol­le­gen zu über­zeu­gen, dass sie die­se Kri­se über­ste­hen wür­den. Ei­gent­lich war es an ihm, Ruhe und Zu­ver­sicht aus­zu­strah­len, da­bei hat­te er selbst Angst.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 10/2020.