Fallstudie

Lohnt sich das Büroprojekt noch?

In Moskau sollte bald ein exklusives Bürogebäude entstehen. Doch der Lockdown infolge der Corona-Pandemie hat alles zum Stillstand gebracht. Einer der Projektpartner will aussteigen und präsentiert sogar einen Käufer. Ist jetzt der richtige Zeitpunkt zum Ausstieg – oder soll der Bau doch vollendet werden?

Von Cody Evans, Chris Mahowald

Alex Ko­z­ak war­te­te in sei­ner Mos­kau­er Woh­nung auf den Vi­deo­call sei­nes Kol­le­gen Ni­ko­lai Kryl­ov. Als das Fens­ter auf­plopp­te, ver­kün­de­te Ni­ko­lai mit ei­nem brei­ten Grin­sen: „Ich habe gute Neu­ig­kei­ten!“

Es war schon eine Wei­le her, dass Alex gute Nach­rich­ten be­kom­men hat­te. Seit Wo­chen hat­te er sich we­gen der Co­ro­na-Pan­de­mie in sei­ner Woh­nung ver­schanzt. In­zwi­schen fühl­te es sich für ihn so an, als wür­de sich die Welt da drau­ßen ge­ra­de auf­lö­sen.

„Ich habe ei­nen po­ten­zi­el­len Käu­fer“, sag­te Ni­ko­lai. Er und Alex ar­bei­te­ten seit sechs Jah­ren zu­sam­men an der Ent­wick­lung ei­nes 65.000 Qua­drat­me­ter gro­ßen Bü­ro­ge­bäu­des in Mos­kau, das sie „Eas­tern Squa­re“ ge­tauft hat­ten. Alex lei­te­te das Pro­jekt für sein Un­ter­neh­men, die in New York an­säs­si­ge Im­mo­bi­li­en­fir­ma EPM, und Ni­ko­lai ver­trat den lo­ka­len Joint-Ven­ture-Part­ner, Kras­ny In­vest. Er hat­te das erst­klas­si­ge Bau­grund­stück in der Nähe des Mos­kau­er Pres­nen­s­ky-Be­zirks er­stei­gert und war durch sei­ne Ex­per­ti­se im Na­vi­gie­ren durch die rus­si­sche Bü­ro­kra­tie un­ver­zicht­bar ge­wor­den; zu­dem war er zu ei­nem Drit­tel am Pro­jekt be­tei­ligt. Ende März hat­ten sie die Ar­beit un­ter­bre­chen müs­sen, und Alex hat­te ge­dacht, sie wür­den die­ses vir­tu­el­le Tref­fen jetzt nut­zen, um ei­nen Neu­start zu dis­ku­tie­ren. Ein Ver­kauf des Ent­wick­lungs­pro­jekts war ihm nicht in den Sinn ge­kom­men.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 10/2020.