Personalführung

Mission Fairness

Die tägliche Dosis Vorurteil gegenüber Minderheiten in Teams ist weitverbreitet und stört vor allem ein gesundes soziales Miteinander. Um dagegen vorzugehen, müssen Sie nicht gleich Diversitäts- oder Inklusionsprogramme ausrollen – es gibt eine Fülle von Ideen, die wenig Zeit und Aufwand kosten.

Von Joan C. Williams, Sky Mihaylo

Unter­neh­men ge­ben all­jähr­lich Mil­lio­nen für Anti-Bias-Trai­nings aus, um eine in­klu­si­ve Be­leg­schaft auf­zu­bau­en, die in­no­va­ti­ver denkt und ef­fek­ti­ver ar­bei­tet. Stu­di­en zu­fol­ge er­brin­gen gut ge­führ­te di­ver­se Teams bes­se­re Leis­tun­gen als ho­mo­ge­ne Grup­pen von Mit­ar­bei­tern. Au­ßer­dem sind sie en­ga­gier­ter, be­sit­zen eine hö­he­re kol­lek­ti­ve In­tel­li­genz und kön­nen bes­ser Ent­schei­dun­gen tref­fen und Pro­ble­me lö­sen. Al­ler­dings zei­gen wis­sen­schaft­li­che Un­ter­su­chun­gen auch, dass Pro­gram­me zur Prä­ven­ti­on von Vor­ur­tei­len und Un­gleich­be­hand­lung nur sel­ten das hal­ten, was sie ver­spre­chen. Man­che Un­ter­neh­men in­ves­tie­ren erst gar kei­ne Zeit und fi­nan­zi­el­len Mit­tel in sol­che Maß­nah­men. Wie kön­nen Sie als ein­zel­ner Ma­na­ger ein in­te­gra­ti­ves Team auf­bau­en, das auch An­ge­hö­ri­gen von Min­der­hei­ten Ge­hör schenkt und die sich dar­aus er­ge­ben­den Vor­tei­le voll und ganz aus­schöpft? Kann eine Ein­zel­per­son et­was be­werk­stel­li­gen, wozu ein gan­zes Un­ter­neh­men nicht in der Lage ist?

Es ist zwar äu­ßerst schwie­rig, be­reits be­ste­hen­de Vor­ur­tei­le aus­zu­räu­men, doch ist es kein He­xen­werk, sol­che Denk­mus­ter zu durch­bre­chen. Wir ha­ben jahr­zehn­te­lang Re­cher­chen zu die­sem The­ma an­ge­stellt und Un­ter­neh­men im Auf­bau und Ma­nage­ment he­te­ro­ge­ner Ar­beits­ge­mein­schaf­ten be­ra­ten. Da­bei ha­ben wir her­aus­ge­fun­den, wie Ma­na­ger Vor­ur­tei­len ent­ge­gen­wir­ken kön­nen, ohne all­zu viel Zeit – oder po­li­ti­sches Ka­pi­tal – zu in­ves­tie­ren.

In ei­nem ers­ten Schritt soll­te man sich dar­über klar wer­den, auf wel­che vier Ar­ten Vor­ur­tei­le und Un­gleich­be­hand­lung im Ar­beits­all­tag ent­ste­hen: (1) Be­weis es mir noch mal: Von be­stimm­ten Grup­pen wird er­war­tet, dass sie sich stär­ker be­wäh­ren als an­de­re. (2) Draht­seil­akt: Ei­ni­ge Grup­pen dür­fen sich Ver­hal­tens­wei­sen er­lau­ben, die bei an­de­ren miss­bil­ligt wer­den. (3) Dis­kri­mi­nie­rung von Müt­tern: Das En­ga­ge­ment und die Fach­kom­pe­tenz von Frau­en mit Kin­dern wer­den in­fra­ge ge­stellt, oder sie wer­den schief an­ge­se­hen, weil sie zu kar­rie­re­ori­en­tiert sind. (4) Tau­zie­hen: Be­nach­tei­lig­te Grup­pen wer­den ge­gen­ein­an­der aus­ge­spielt, weil sie sich ent­we­der mit­hil­fe un­ter­schied­li­cher Stra­te­gi­en an ihr Um­feld an­pas­sen oder dies so­gar ver­wei­gern. Der zwei­te Schritt be­steht dar­in zu er­ken­nen, wann und wo sol­che For­men von Un­gleich­be­hand­lung im Ar­beits­all­tag auf­tre­ten. Wenn kei­ne ent­spre­chen­den An­wei­sun­gen von oben exis­tie­ren, igno­rie­ren vie­le Ma­na­ger die­ses Pro­blem ein­fach. Doch das ist ein Feh­ler. Denn man kann kein wirk­lich gu­ter Vor­ge­setz­ter sein, ohne et­was ge­gen Vor­ur­tei­le und Un­ge­rech­tig­kei­ten zu tun. In die­sem Ar­ti­kel möch­ten wir Ih­nen er­klä­ren, wie das geht.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 2/2020.