Kommunikation

Heikle Gespräche

Viele Chefs verlangen Rechenschaft, wenn ein Mitarbeiter Fehler gemacht hat. Statt Vergangenes zu analysieren, sollten Führungskräfte jedoch lieber nach neuen Lösungsansätzen fragen.

Von Peter Bregman

Jef­frey, CEO ei­nes Hedge­fonds, hat­te sich ge­är­gert. Grund da­für wa­ren die schlech­ten Ge­schäf­te, die sein Port­fo­lio­ma­na­ger Tom ab­ge­schlos­sen hat­te. Der CEO be­or­der­te Tom in sein Büro. (Hier­bei han­delt es sich um ei­nen Fall, der sich tat­säch­lich ge­nau­so zu­ge­tra­gen hat. Al­ler­dings sind die Na­men ge­än­dert.) „Die­se Han­dels­ab­schlüs­se wa­ren ein furcht­ba­rer Feh­ler! Was hast du dir nur da­bei ge­dacht?“, frag­te Jef­frey Tom er­bost.

Da­nach ent­wi­ckel­te sich das Ge­spräch zu­neh­mend un­er­freu­lich. Tat­säch­lich wäre es wirk­lich schwie­rig ge­we­sen, der Un­ter­hal­tung nach die­ser Er­öff­nungs­fra­ge eine an­de­re Rich­tung zu ge­ben.

Wie­so es sich da­bei um ei­nen un­glück­li­chen Ein­stieg ins Ge­spräch han­delt? Weil sich die Fra­ge „Was hast du dir nur da­bei ge­dacht?“ auf die Ver­gan­gen­heit be­zieht. Wenn Tom dar­auf ant­wor­tet und die Grün­de für sein Ver­hal­ten dar­legt, un­ter­streicht er da­mit zwangs­läu­fig sei­nen Feh­ler. Zu­dem be­fin­det er sich in der De­fen­si­ve, weil sei­ne Fehl­ein­schät­zung die Ur­sa­che für die schlech­ten Er­geb­nis­se ist. Da­bei bleibt au­ßer Acht, dass er sei­ne Ein­schät­zung in­zwi­schen na­tür­lich ge­än­dert ha­ben könn­te – und dies ver­mut­lich auch ge­tan hat.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 2/2020.