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Kommt der große Innovati­ons­schub?

Industrieunternehmen stellen ihre Prozesse auf den Kopf, um medizinische Ausrüstung und Geräte zu produzieren. Das mag wirtschaftlich nicht immer sinnvoll sein, könnte aber unerwartete Vorteile bringen.

Von Ingmar Höhmann

Bier wird im­mer ge­trun­ken, heißt es. Trotz­dem stand die Dorf­braue­rei Pe­ter Bräu in Ost­heim vor der Rhön in den 90er Jah­ren kurz vor dem Ruin. Der Un­ter­neh­mens­chef setz­te alle Hoff­nung auf ein neu­es Ge­tränk, das sich auch mit den Werk­zeu­gen ei­ner Braue­rei her­stel­len ließ: ge­braut wie Bier, aber ohne Al­ko­hol. Das klapp­te nicht beim ers­ten Ver­such, und es brauch­te eine Wei­le, bis sich die ers­ten Käu­fer fan­den. Doch dann ge­lang der Durch­bruch: Bi­o­na­de wur­de in den 2000er Jah­ren in Knei­pen wie auf Par­tys aus­ge­schenkt und für Kin­der als ge­sun­de Limo ge­kauft.

Hät­te die Braue­rei nicht ums Über­le­ben kämp­fen müs­sen, hät­te sie nie ein der­art in­no­va­ti­ves Pro­dukt ent­wi­ckelt.

Heu­te steckt die ge­sam­te Bier­bran­che in der Kri­se. Da Gast­stät­ten we­gen der Co­ro­na-Pan­de­mie schlie­ßen muss­ten, blieb der Um­satz aus. Und wie­der wur­den Brau­meis­ter er­fin­de­risch: Sie sat­tel­ten um und stell­ten Al­ko­hol für Des­in­fek­ti­ons­mit­tel her. Ähn­li­chen Er­fin­der­geist be­wie­sen auch an­de­re: Un­ter­neh­men aus so un­ter­schied­li­chen Bran­chen wie Au­to­mo­bil, Mode oder Elek­tro­nik stell­ten plötz­lich Atem­mas­ken, Schutz­an­zü­ge und Be­at­mungs­ge­rä­te her.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 6/2020.