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Fehler ohne Folgen

Verteidigen Sie Ihre Forschung Die Studie: Lauren Eskreis-Winkler und Ayelet Fishbach haben Studienteilnehmer einen extrem schweren Test absolvieren lassen. Bei jeder Frage gab es zwei Antwort- möglichkeiten. Eine Hälfte der Getesteten erhielt später Feedback zu ihren richtigen Antworten (Erfolgsfeedback), die andere Hälfte zu den falschen (Fehlerfeedback). Egal wie gut oder schlecht das persönliche Ergebnis war: Die Teilnehmer, die Feedback zu ihren Erfolgen erhalten hatten, schnitten bei Wiederholungen deutlich besser ab. Wer Fehler zurückgemeldet bekommen hatte, lernte weniger oder sogar gar nichts.
Die These: Wir lernen nicht aus kritischem Feedback.

Frau Es­kreis-Wink­ler, wie­so leh­ren uns Feh­ler we­ni­ger als er­war­tet?

Es­kreis-Wink­ler Es ist ein weit­ver­brei­te­ter Glau­be, dass wir aus Miss­er­fol­gen ler­nen. Er­folg­rei­che Men­schen, die ihre Kar­rie­re re­flek­tie­ren, ra­ten uns zum „Fail For­ward“, also zum bes­se­ren Schei­tern. Kürz­lich wünsch­te John Ro­berts, Rich­ter am Su­pre­me Court, in sei­ner An­tritts­re­de Stu­den­ten „Pech“ – da­mit sie et­was ha­ben, wor­aus sie ler­nen kön­nen. Mei­ne Co-Au­to­rin und ich fin­den je­doch, dass Schei­tern oft ge­nau das Ge­gen­teil be­wirkt. Es un­ter­gräbt Ler­nen. Wenn Men­schen schei­tern, füh­len sie sich be­droht und schal­ten ab. Das hat uns über­rascht.

Vie­le ne­ga­ti­ve Er­fah­run­gen zie­hen be­son­de­re Auf­merk­sam­keit auf sich. Ver­su­chen Sie zum Bei­spiel, dem ers­ten Im­puls zu wie­der­ste­hen, und beim nächs­ten Mal nicht hin­zu­se­hen, wenn Sie auf der Au­to­bahn an ei­ner Un­fall­stel­le vor­bei­fah­ren. Wenn es um per­sön­li­ches Ver­sa­gen geht, schau­en Men­schen da­ge­gen in der Re­gel weg, um ihr ei­ge­nes Ego zu schüt­zen – und ler­nen des­halb nichts. Au­ßer, sie sind be­son­ders mo­ti­viert.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 6/2020.