Strategie

Die Mutter aller Krisen

Die Corona-Pandemie kennt nur Verlierer? Nicht unbedingt. Gewinner werden jene Unternehmen sein, die sich am besten auf die neuen Spielregeln einstellen. 15 Maßnahmen helfen dabei.

Von Daniel Stelter

Gemein­sam mit mei­nem da­ma­li­gen Kol­le­gen Da­vid Rho­des schrieb ich in der Fi­nanz­kri­se 2009 eine Rei­he von Ar­ti­keln und ein Buch über Ma­nage­ment in der Kri­se. Nun könn­te man mei­nen, dass es in der Co­ro­na-Kri­se ge­nügt, die­se Pu­bli­ka­tio­nen wie­der her­aus­zu­su­chen und mit ak­tu­el­le­ren Bei­spie­len zu ver­se­hen. Doch so funk­tio­niert das nicht.

Wenn ich auf die da­ma­li­ge Lage bli­cke und sie mit heu­te ver­glei­che, stel­le ich fest, dass ei­ni­ge Hin­wei­se si­cher­lich all­ge­mein­gül­tig sind – nach dem Mot­to „Kos­ten sen­ken und Um­satz stei­gern, das passt im­mer“. An­de­re Vor­schlä­ge hin­ge­gen sind für die ak­tu­el­le Kri­se ir­re­le­vant, ei­ni­ge so­gar falsch. Das liegt dar­an, dass die Co­ro­na-Pan­de­mie weit­aus fun­da­men­ta­ler auf Wirt­schaft und Un­ter­neh­men wirkt als die da­ma­li­ge Fi­nanz­kri­se. Auch die staat­li­chen Ret­tungs­maß­nah­men wir­ken an­ders und brei­ter als vor zehn Jah­ren. Und sie än­dern die Spiel­re­geln im Wett­be­werb nach­hal­tig. Ge­win­ner wer­den jene sein, die sich auf die­se neu­en Spiel­re­geln am bes­ten ein­stel­len kön­nen.

Die deut­sche Wirt­schaft be­fin­det sich mit­ten in ih­rem schlimms­ten Schock seit der Welt­wirt­schafts­kri­se der 1930er Jah­re. Die­ser Nach­fra­ge­ein­bruch ist an­ders als nor­ma­le Nach­fra­ge­ein­brü­che. Wir ver­zeich­nen nicht nur zeit­gleich ei­nen Rück­gang des Welt­han­dels und da­mit der Ex­por­te und der In­lands­nach­fra­ge (sie­he auch Gra­fik „Stärks­ter Ein­bruch in der Ge­schich­te der EU"). Wir ver­zeich­nen auch ein ganz an­de­res Mus­ter des Nach­fra­ge­rück­gangs. Eine nor­ma­le Re­zes­si­on trifft vor al­lem die Her­stel­ler lang­le­bi­ger Kon­sum- und In­ves­ti­ti­ons­gü­ter so­wie de­ren Lie­fe­ran­ten. In­di­rekt lei­den dann auch alle an­de­ren Sek­to­ren der Wirt­schaft, von Rei­se­ver­an­stal­tern bis zu Re­stau­rants und Ki­nos. Die Co­ro­na-Re­zes­si­on da­ge­gen trifft alle – vor al­lem jene Tei­le der Wirt­schaft, die sonst nach­ge­la­gert von Kri­sen ge­trof­fen wur­den –, und das mit vol­ler Wucht.

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