Topmanagement

Entlastung FÜR DEN CEO

Viele Unternehmenschefs arbeiten fast rund um die Uhr. Trotzdem haben sie das Gefühl, nicht genug Zeit für wichtige Entscheidungen zu haben. Ein Chief of Staff kann da eine enorme Entlastung sein – als Kümmerer, Kommunikator, Korrektiv, Vertrauter und Diskussionspartner in einem.

Von Dan Ciampa

Wenn ein neu­er CEO das Ru­der über­nimmt und weit­rei­chen­de Ver­än­de­run­gen plant, wid­met er oder sie sich vor al­lem der stra­te­gi­schen Neu­aus­rich­tung und de­fi­niert die für den Wan­del er­for­der­li­che Kul­tur. Ent­spre­chend sucht er sich sei­ne Top­ma­na­ger aus und legt sei­ne prio­ri­tä­ren Auf­ga­ben fest. Ein Fak­tor bleibt da­bei je­doch häu­fig un­be­rück­sich­tigt: die Ver­wal­tungs­struk­tu­ren, die das Ta­ges­ge­schäft am Lau­fen hal­ten und ent­schei­dend zur Ef­fek­ti­vi­tät des CEOs bei­tra­gen. Sie sor­gen da­für, dass der Chef sei­ne be­grenz­te Zeit op­ti­mal nut­zen kann, dass er im rich­ti­gen Mo­ment mit den nö­ti­gen In­for­ma­tio­nen ver­sorgt wird und stets auf dem ak­tu­el­len Stand der Din­ge ist, ohne selbst nach­ha­ken zu müs­sen. Die meis­ten Un­ter­neh­mens­len­ker über­neh­men die Struk­tu­ren ih­res Vor­gän­gers. Oft auch dann, wenn sie ei­gent­lich gar nicht zu ih­rer per­sön­li­chen Ar­beits­wei­se pas­sen oder für den an­ste­hen­den Trans­for­ma­ti­ons­pro­zess un­ge­eig­net sind. Da­bei lie­ße sich der In­for­ma­ti­ons­fluss, auf den CEOs für ih­ren Er­folg an­ge­wie­sen sind, häu­fig er­heb­lich bes­ser or­ga­ni­sie­ren. Hier spielt der Chief of Staff (CoS) eine wich­ti­ge Rol­le.

In den 25 Jah­ren, die ich in ei­nem Be­ra­tungs- und Soft­ware­un­ter­neh­men tä­tig war – zwölf da­von als Chair­man und CEO –, hat­te ich selbst ei­nen Chief of Staff. In mei­ner Rol­le als Be­ra­ter und Mit­glied des Boards habe ich meh­re­ren Dut­zend Füh­rungs­kräf­ten emp­foh­len, sich eben­falls um eine sol­che Un­ter­stüt­zung zu küm­mern. Dem ei­nen oder an­de­ren habe ich auch bei der Kan­di­da­ten­su­che und Aus­ge­stal­tung der Stel­le ge­hol­fen. Da­bei hat sich ge­zeigt: Ge­ne­rell soll­ten CEOs die Po­si­ti­on auf ihre in­di­vi­du­el­len Be­dürf­nis­se zu­schnei­den. Es gibt je­doch ei­ni­ge grund­le­gen­de Auf­ga­ben, mit de­nen je­der Chief of Staff be­traut wer­den soll­te. Das Ziel sei­nes Han­delns ist klar: die zeit­li­chen Ab­läu­fe, den In­for­ma­ti­ons­fluss und die Ent­schei­dungs­fin­dung ef­fek­ti­ver ge­stal­ten.

In den Au­gen von Pa­trick Ayl­ward, Vice Pre­si­dent und Chief of Staff bei Ho­ri­zon Blue Cross Blue Shield of New Jer­sey, über­nimmt ein CoS fünf ver­schie­de­ne Rol­len: Als eine Art Flug­lot­se ver­hilft er dem CEO und sei­nem Füh­rungs­team zu mehr Si­cher­heit und Ori­en­tie­rung bei Ent­schei­dun­gen. Als In­te­gra­tor sorgt er da­für, dass in­ter­ne Gren­zen und Hin­der­nis­se über­wun­den wer­den. Als Kom­mu­ni­ka­tor ver­bin­det er das Top­ma­nage­ment mit dem Rest des Un­ter­neh­mens. Als ehr­li­cher Ge­sprächs­part­ner ver­hilft er dem CEO zu Weit­sicht, weil er sich nicht von Par­ti­ku­lar­in­ter­es­sen lei­ten lässt. Und als Ver­trau­ter sei­nes CEOs han­delt er frei von jeg­li­cher ei­ge­nen po­li­ti­schen Agen­da.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 8/2020.