Kommentar

Jeder kämpft für sich allein

Kommentar Die Rohstoffinflation ist ein Alarmsignal für die Weltwirtschaft.

Das Wet­ter, der Auf­stand und die Gier - das sind die Fak­to­ren, die nach land­läu­fi­ger Mei­nung der­zeit die Roh­stoff­prei­se ex­plo­die­ren las­sen. Über­flu­tun­gen in Aus­tra­li­en, Dür­re in Russ­land, Un­ru­hen in ara­bi­schen Län­dern, na­tür­lich auch Spe­ku­lan­ten und Aus­fuhr­be­schrän­kun­gen ei­ni­ger Ex­port­län­der - des­halb sol­len Wei­zen, Öl oder sel­te­ne Er­den im­mer teu­rer wer­den. Tat­säch­lich?

All das greift reich­lich kurz. So lässt sich je­den­falls nicht er­klä­ren, war­um die Roh­stoff­märk­te schon seit Lan­gem ei­nem Auf­wärts­trend fol­gen (sie­he Gra­fik, obe­re Kur­ve). In Wahr­heit sind die Preis­sprün­ge ein Sym­ptom für tie­fer ge­hen­de Ver­span­nun­gen. Und sie sind ein Alarm­si­gnal: Die Welt­wirt­schaft wächst schnel­ler als die Pro­duk­ti­ons­mög­lich­kei­ten bei den na­tür­li­chen Res­sour­cen. Die Mensch­heit stößt an Ka­pa­zi­täts­gren­zen.

War­um? Vor al­lem weil die No­ten­ban­ken seit Jah­ren ei­nen viel zu ex­pan­si­ven Kurs steu­ern. Die Leit­zin­sen sind im glo­ba­len Durch­schnitt im­mer wei­ter ge­sun­ken; real sind sie in­zwi­schen so­gar ne­ga­tiv (sie­he Gra­fik, un­te­re Kur­ve). Die Fol­gen die­ser Geld­schwem­me sind we­nig über­ra­schend: In­fla­ti­on - zu­erst bei Ak­ti­en, An­lei­hen und Im­mo­bi­li­en, dann bei Roh­stof­fen, in­zwi­schen auch bei ver­ar­bei­te­ten Nah­rungs­mit­teln, die in är­me­ren Län­dern für Not und Un­mut sor­gen, künf­tig ver­mut­lich auch bei In­dus­trie­pro­duk­ten und Dienst­leis­tun­gen. Die Auf­stän­de in Tu­ne­si­en, Ägyp­ten, Jor­da­ni­en und an­ders­wo las­sen sich als Ver­tei­lungs­kämp­fe in­ter­pre­tie­ren, wie sie in Pha­sen der In­fla­ti­on ty­pi­scher­wei­se auf­tre­ten.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 3/2011.