Unternehmen

Hellas' Wahnsinn

Deutsche Telekom Vorstandschef René Obermann droht mit seiner griechischen Tochter OTE an der Dauerkrise des Landes zu scheitern.

Rein äu­ßer­lich könn­te man Pa­na­gio­tis Kou­tras für ei­nen ge­müt­li­chen äl­te­ren Her­ren hal­ten. Der Prä­si­dent der grie­chi­schen Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­ons­ge­werk­schaft OME-OTE trägt ein grü­nes Po­lo­hemd. Ge­lich­te­tes er­grau­tes Haar be­deckt sei­nen rund­li­chen Kopf. Doch so­bald Kou­tras über die Deut­sche Te­le­kom spricht, klingt es, als be­fin­de er sich im Krieg. „Die Deut­schen las­sen sich in je­dem Büro nie­der“, schimpft Kou­tras, „und der Ak­tio­när Staat schaut nur von Wei­tem zu.“

Der Bon­ner Kon­zern pro­vo­zier­te den Pro­test der Ge­werk­schaft, als er 2008 bei Grie­chen­lands größ­ter Te­le­fon­ge­sell­schaft ein­stieg: dem ehe­ma­li­gen Staats­mo­no­po­lis­ten OTE. Mit hand­fes­tem Wi­der­stand sorg­ten Kou­tras' Ge­folgs­leu­te jah­re­lang da­für, dass OTE-Ak­tio­nä­re nur an ge­hei­men Or­ten ta­gen konn­ten: mal im Hin­ter­zim­mer ei­nes Ho­tels, mal auf ei­nem Bür­ger­steig.

Dass die Te­le­kom ih­ren An­teil nun auf 40 Pro­zent er­höht, treibt Kou­tras die­ses Jahr selbst ans Red­ner­pult auf der Haupt­ver­samm­lung: „Wir wer­den wei­ter­kämp­fen“, droht er, „und zwar mit al­len Mit­teln, die uns zur Ver­fü­gung ste­hen.“ Im hin­te­ren Teil des tris­ten, mit Fur­nier­holz ver­klei­de­ten Kon­fe­renz­raums in der Athe­ner Kon­zern­zen­tra­le klat­schen hemds­ärm­li­ge, fins­ter drein­bli­cken­de Män­ner Bei­fall. Bis­her ha­ben sie er­folg­reich ver­hin­dert, dass die Te­le­kom durch­greift und Per­so­nal ab­baut.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 8/2011.