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Betriebs­feu­erwehr gesucht

Management Warum nicht nur Menschen, sondern auch Unternehmen an Burn-out erkranken können.

Er­kennt­nis­wert: Zu Be­ginn scheint die Lage noch kom­for­ta­bel, das Ge­schäft läuft, die Sym­pto­me sind un­schein­bar. Viel­leicht wer­den mehr Mails ge­schrie­ben als not­wen­dig, viel­leicht ist das Top-ma­nage­ment et­was we­ni­ger sicht­bar als üb­lich, viel­leicht wirkt die eine oder an­de­re Füh­rungs­kraft zu­neh­mend zy­nisch. Doch was mit klei­nen Ir­ri­ta­tio­nen im Be­triebs­ab­lauf be­ginnt, kann sich schnell zur hand­fes­ten Fir­men­kri­se aus­wach­sen, zum „Or­ga­niza­t­io­nal Bur­nout“. Die­se miss­li­che Ver­fas­sung de­fi­niert Gus­tav Gre­ve, Un­ter­neh­mens­be­ra­ter und ehe­ma­li­ger Vice Pre­si­dent In­ter­na­tio­nal von Ar­thur D. Litt­le, als „er­schöpf­ten und pa­ra­ly­sier­ten Zu­stand“ ei­nes Un­ter­neh­mens, den es „mit ei­ge­nen Res­sour­cen nicht mehr po­si­tiv ver­än­dern kann“. Am Ende steht nicht sel­ten die In­sol­venz. Dass nicht nur Men­schen, son­dern auch Un­ter­neh­men aus­bren­nen kön­nen, ist nicht neu. Doch Gre­ve lie­fert ei­nen sys­te­ma­ti­schen Über­blick über Ur­sa­chen und Dia­gno­se­mög­lich­kei­ten. So sind etwa in­tel­li­gen­te (und er­folg­rei­che) Or­ga­ni­sa­tio­nen eher zum Burn-out prä­des­ti­niert, weil sie „sen­si­bel sind wie Renn­pfer­de, aber häu­fig be­han­delt wer­den wie Last­esel“. Be­son­ders dann, wenn sich eine „er­folgs­ar­ro­gan­te“ Füh­rung auf den Lor­bee­ren ver­gan­ge­ner Zei­ten aus­ruht oder un­glei­che Kul­tu­ren fu­sio­niert wer­den, wie bei Dresd­ner Bank und Com­merz­bank.

Stil: Gre­ve schreibt fun­diert, be­müht sich je­doch um ei­nen le­ben­di­gen Er­zähl­fluss. Eine mi­nu­tiö­se Glie­de­rung und kna­cki­ge For­mu­lie­run­gen ("Wer auf dem letz­ten Loch pfeift, bringt kei­ne neue Me­lo­die zu­stan­de") ma­chen das Buch gut les­bar.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 8/2011.