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Günter Verheugen?

Gün­ter Ver­heu­gen 2010 vor sei­ner An­tritts­vor­le­sung an der Eu­ro­pa-Uni­ver­si­tät Vi­a­d­ri­na in Frank­furt/​Oder

Ein kom­plet­ter Neu­an­fang, be­ruf­lich wie pri­vat, so muss man wohl die Tat­sa­che um­schrei­ben, dass ei­ner der ehe­mals mäch­tigs­ten Män­ner der Eu­ro­päi­schen Uni­on an ei­nem hei­ßen Früh­lings­tag hemds­är­me­lig in ei­ner schlich­ten Pots­da­mer Alt­bau­woh­nung sitzt und dem Be­su­cher ei­gen­hän­dig Frucht­säf­te und Mi­ne­ral­was­ser an­bie­tet. Der ma­xi­mal mög­li­che Kon­trast zur kli­ma­ti­sier­ten Bü­ro­flucht, in de­ren Mit­te Gün­ter Ver­heu­gen bis vor Kur­zem in Brüs­sel re­si­dier­te.

Hier in Pots­dam ist der ehe­ma­li­ge EU-Kom­mis­sar Ge­schäfts­füh­rer und zu­gleich wich­tigs­tes As­set sei­ner neu­en Fir­ma na­mens The Eu­ro­pean Ex­pe­ri­ence Com­pa­ny. Kei­ne Lob­by­or­ga­ni­sa­ti­on will man sein, son­dern eine Be­ra­tungs­fir­ma, die Un­ter­neh­men Tipps für den Um­gang mit EU-In­sti­tu­tio­nen gibt, eu­ro­pa­po­li­ti­sche Se­mi­na­re ab­hält oder Vor­stän­den eine Rede zu ei­nem eu­ro­päi­schen The­ma schreibt.

Eine ver­gleichs­wei­se harm­lo­se Auf­ga­ben­be­schrei­bung, die mög­li­cher­wei­se et­was mit dem un­ge­wöhn­li­chen Ex­em­pel zu tun hat, das die EU-Kom­mis­si­on an ih­rem ehe­ma­li­gen Mit­glied sta­tu­ier­te: Die Kom­mis­si­on hat Ver­heu­gen An­fang 2011 ver­bo­ten, im Rah­men sei­ner Be­ra­tungs­tä­tig­keit Kon­takt zu sei­nen ehe­ma­li­gen Mit­ar­bei­tern bei der Kom­mis­si­on auf­zu­neh­men oder Un­ter­neh­men zu be­treu­en, die Nutz­nie­ßer von Ver­heu­gens Ent­schei­dun­gen als In­dus­trie­kom­mis­sar wa­ren. Als die­ses Ver­dikt er­ging, hat­te Ver­heu­gen un­ter an­de­rem be­reits Man­da­te beim Bun­des­ver­band der Volks- und Raiff­ei­sen­ban­ken und bei der Roy­al Bank of Scot­land. Für vie­le Brüs­se­ler Be­ob­ach­ter er­fuhr Ver­heu­gen da­mit die Ra­che für die Kri­tik, die er als Kom­mis­sar an der Macht­fül­le der EU-Be­am­ten ge­äu­ßert hat­te.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 8/2011.