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Vertagte Revolution

Biotech Ein hoffnungsvolles Konzept für neue Arzneien scheiterte an der Geschäftspolitik der Pharmamultis, vorerst.

Mit­ten in Kulm­bach, im obers­ten Stock­werk ei­nes ehe­ma­li­gen Spin­ner­ei­ge­bäu­des, lebt ein grau­er, kaum span­nen­lan­ger Lurch in ei­nem Aqua­ri­um. Eine skur­ri­le Krea­tur, die den az­te­ki­schen Na­men Axo­lotl trägt. An­dre­as Boss­ko und Ro­land Kreut­zer ha­ben das Tier zum Mas­kott­chen ih­res Bio­tech-Un­ter­neh­mens er­ko­ren: Axol­abs. Nach al­lem, was sie er­lebt und durch­lit­ten ha­ben, er­schien es ih­nen nur an­ge­mes­sen, die neue Fir­ma in ih­rer frän­ki­schen Hei­mat­stadt nach ei­nem me­xi­ka­ni­schen Molch zu be­nen­nen.

Der hat au­ßer­ge­wöhn­li­che Fä­hig­kei­ten: Nach Ver­let­zun­gen bil­det der Axo­lotl gan­ze Glied­ma­ßen neu, so­gar Tei­le des Her­zens oder des Ge­hirns kön­nen nach­wach­sen. Das Tier sei „eben das idea­le Sinn­bild für die Ta­len­te und Ka­pa­zi­tä­ten un­se­res Un­ter­neh­mens“, sagt Boss­ko mit grim­mi­gem Lä­cheln, wäh­rend er die Au­ßen­kie­men und die lid­lo­sen Knopf­au­gen des Quer­zahn­molchs be­trach­tet. Kreut­zer und er ha­ben viel mit­ge­macht: wa­ren ganz oben und ganz un­ten, misch­ten an der Spit­ze der wis­sen­schaft­li­chen Ent­wick­lung mit, wur­den bru­tal da­von ab­ge­kop­pelt und kämp­fen doch bis heu­te für ihre Idee.

Es ist eine Ge­schich­te voll gro­ßer Hoff­nun­gen, küh­ner Ide­en und schier un­be­grenz­ten Ka­pi­tals - aber auch von bit­te­ren Ent­täu­schun­gen und Rück­schlä­gen. Eine Ge­schich­te, die bei­spiel­haft zeigt, wie schwer wis­sen­schaft­li­che Er­kennt­nis­se in der Wirt­schaft ge­le­gent­lich durch­zu­set­zen sind.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 4/2012.