Kolumne

Wie flexibel darf es sein?

Kolumne Die Möglichkeiten für befristete Verträge werden zukünftig eher erweitert.

Die bes­te Ab­si­che­rung ge­gen Job­ver­lust bie­tet Ge­schäfts­füh­rern und Vor­stän­den der be­fris­te­te An­stel­lungs­ver­trag. Or­ga­ne ge­nie­ßen kei­nen Kün­di­gungs­schutz. In ei­nem un­be­fris­te­ten An­stel­lungs­ver­hält­nis kön­nen Vor­stän­de vor­be­halt­lich der Re­ge­lun­gen im Ak­ti­en­ge­setz vor die Tür ge­setzt wer­den. Ver­läss­li­che Ab­hil­fe bie­ten nur mög­lichst lang­jäh­rig (üb­lich sind zwi­schen drei und fünf Jah­ren) be­fris­te­te Ver­trä­ge, bei de­nen zu­sätz­lich dar­auf zu ach­ten ist, dass die An­stel­lung im Ver­trags­text nicht an die or­gan­schaft­li­che Be­stel­lung ge­kop­pelt ist - sonst reicht un­ter Um­stän­den schon die Ab­be­ru­fung, um das Ar­beits­ver­hält­nis mit kur­zer Frist zu be­en­den.

Im Ge­gen­satz zu Or­ga­nen sind An­ge­stell­te auch in lei­ten­der Stel­lung hier­zu­lan­de deut­lich bes­ser ab­ge­si­chert: Ein star­ker Kün­di­gungs­schutz be­wahrt sie vor dem Ar­beits­platz­ver­lust. Ar­beit­ge­ber ver­su­chen auch in die­sem Be­reich die Tren­nungs­mög­lich­kei­ten zu er­leich­tern, in­dem sie be­fris­te­te Ver­trä­ge ab­schlie­ßen. Auch hier wer­den al­ler­dings die Spiel­räu­me von den Ge­rich­ten streng vor­ge­ge­ben, wie zwei neue höchst­rich­ter­li­che Ent­schei­dun­gen zum Be­fris­tungs­recht an­deu­ten:

Fall 1: Die Jus­tiz­an­ge­stell­te K. war über ei­nen Zeit­raum von 11 Jah­ren auf Grund­la­ge von ins­ge­samt 13 be­fris­te­ten Ver­trä­gen „je­weils zur Ver­tre­tung“ von ei­ner gro­ßen Jus­tiz­be­hör­de an­ge­stellt wor­den. Nun klag­te sie, nach­dem die letz­te Be­fris­tung nicht ver­län­gert wor­den war, vor dem Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) auf un­be­fris­te­te Ein­stel­lung und ar­gu­men­tier­te, dass bei ih­rem Ar­beit­ge­ber stän­di­ger Ver­tre­tungs­be­darf be­ste­he und es des­halb für eine Be­fris­tung ih­res Ver­tra­ges kei­nen Grund gebe.

Sie lesen die Vorschau

Sie haben diese Ausgabe bereits gekauft oder ein digitales Abo? Dann melden Sie sich mit Ihrer manager-ID an, um den vollständigen Artikel zu lesen.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 4/2012.