In Berlin

„Gehirn einschalten“

Luftfahrt Die Aero-Lobby kämpft vor allem mit sich selbst - und bleibt in Berlin wirkungslos.

Es war ein Schar­müt­zel, das kein Zeu­ge so bald ver­gisst. Als un­längst eine Run­de hoch­ran­gi­ger Luft­fahrt­ma­na­ger te­le­fo­nisch zu­sam­men­kam, um über das künf­ti­ge Vor­ge­hen des Bran­chen­ver­bands BDL zu be­ra­ten, tra­ten bald Span­nun­gen auf. Ralf Te­cken­trup (54), Chef der Char­ter­li­nie Con­dor, dräng­te dar­auf, sich ge­mein­sam ge­gen neue Lan­de­rech­te für ara­bi­sche Flug­li­ni­en zu wen­den. Mar­tin Biesel (49), Lob­by­ist von Air Ber­lin, hielt brüsk da­ge­gen. Biesel, des­sen Ar­beit­ge­ber in­zwi­schen zum gro­ßen Teil dem ara­bi­schen Staats­car­ri­er Eti­had ge­hört, raunz­te Te­cken­trup an, er sol­le „erst mal sein Ge­hirn ein­schal­ten“, be­vor er rede. Der Ge­schol­te­ne stutz­te kurz, dann leg­te er den Hö­rer auf.

Kei­ne all­täg­li­che Epi­so­de und doch ty­pisch für das In­nen­le­ben ei­nes ehe­mals hoff­nungs­vol­len Pro­jekts. Vor ei­nem Jahr grün­de­ten deut­sche Air­lines, Flug­hä­fen und die Flug­si­che­rung den Bun­des­ver­band der Deut­schen Luft­ver­kehrs­wirt­schaft, kurz: BDL. Er soll­te der Bran­che zu mehr Ge­hör bei der Po­li­tik ver­hel­fen - ähn­lich, wie es der VDA für die Au­to­in­dus­trie leis­tet. Nun aber zeigt sich: die Grün­der ha­ben nicht mehr zu­stan­de ge­bracht als or­ga­ni­sier­te Un­ei­nig­keit.

In ent­schei­den­den Punk­ten wie der Hal­tung zu den Golf-Air­lines fin­den sie kei­ne ge­mein­sa­me Li­nie. Schlim­mer noch: Un­ge­niert hal­ten die In­itia­to­ren an Ein­zel­auf­trit­ten und ei­nem Sam­mel­su­ri­um von Fach­ver­bän­den fest.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 7/2012.