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Neue deutsche Welle

Deutschland ist in der Netzgemeinschaft als Zone der Klone verschrien. Doch jetzt will eine neue Generation von German Geeks mit eigenen Ideen die Welt erobern.

Ga­ra­ge 3.0: Car­poo­ling-Grün­der Mat­thi­as Sied­ler, Mi­cha­el Rei­ni­cke, Ste­fan We­ber und CEO Mar­kus Bar­ni­kel (v. l.) ver­mit­teln Mit­fahr­ge­le­gen­hei­ten an die Ge­ne­ra­ti­on Face­book

Aus­ge­rech­net Ame­ri­ka. Es soll der gro­ße Sprung nach vorn wer­den für Ste­fan We­ber (39) und sein Team. Auf dem größ­ten Markt der Welt wol­len die Jung­un­ter­neh­mer mit ih­rer Fir­ma Car­poo­ling.com punk­ten. Und dann das: Als sie den Markt un­ter die Lupe nah­men, stell­ten sie fest, dass ein Kon­kur­rent ihr Ge­schäfts­mo­dell be­reits ko­piert hat­te. Zim­ri­de.com heißt der ka­li­for­ni­sche Ri­va­le. Der ist zwar klei­ner, ar­bei­tet aber nach dem glei­chen Prin­zip: Bei­de Start-ups ver­mit­teln Mit­fahr­ge­le­gen­hei­ten an die Ge­ne­ra­ti­on Face­book.

On­line-Platt­for­men, über die Nut­zer etwa Fo­tos oder Über­nach­tungs­mög­lich­kei­ten mit Frem­den aus­tau­schen, wer­den im Si­li­con Val­ley der­zeit als der gro­ße Wurf der In­ter­net­wirt­schaft ge­han­delt. In­so­fern war die Exis­tenz ei­nes US-Klons kei­ne ech­te Über­ra­schung. Und doch wirkt der Fall wie aus ei­ner ver­kehr­ten Welt: Das Ori­gi­nal kommt aus Mün­chen. Und die Ko­pie aus San Fran­cis­co.

Bis­lang sind die Rol­len an­ders ver­teilt. Bis­lang ist Deutsch­lands On­line-Wirt­schaft als Zone der Klo­ne ver­schrien. US-In­ter­net­fir­men ab­kup­fern, um sie spä­ter mög­lichst an das Ori­gi­nal zu ver­kau­fen, wenn die­ses glo­bal ex­pan­die­ren will - nie­mand hat die­sen An­satz so weit per­fek­tio­niert wie die deut­schen Brü­der Oli­ver, Marc und Alex­an­der Sam­wer. Das ko­pier­freu­di­ge Trio hat sich in­zwi­schen durchs Al­pha­bet ge­ar­bei­tet: Bei Alan­do ha­ben sie 1999 an­ge­fan­gen (ihr ers­tes Un­ter­neh­men, ver­kauft an Ebay), nun sind sie bei Za­lan­do (ein Ab­klatsch des US-Schuh­ver­sands Zap­pos) an­ge­langt.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 7/2012.