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„Keine Illusionen“

Bundesbank Jens Weidmann fordert eine Vision für Europa. Und wünscht sich mehr Engagement von der Politik.

„Klar­heit über den künf­ti­gen Kurs": Weid­mann (44) in der Bun­des­bank-Zen­tra­le vor ei­nem Werk der Künst­le­rin Anja Schwö­rer

Herr Weid­mann, die Kri­se der Wäh­rungs­uni­on nimmt im­mer dra­ma­ti­sche­re Züge an. Ein Zer­bre­chen des Euro-Raums ist zu ei­nem rea­lis­ti­schen Sze­na­rio ge­wor­den. Ist die deut­sche Ret­tungs­stra­te­gie ge­schei­tert?

Weid­mann Nein, der Grund­satz „Hil­fen ge­gen Auf­la­gen“ ist rich­tig. Im Übri­gen ist das nicht die „deut­sche“ Ret­tungs­stra­te­gie, son­dern eine ge­mein­sa­me Ver­ab­re­dung. Aber es ist höchs­te Zeit, dass die Euro-Län­der Klar­heit schaf­fen, wo­hin die Rei­se geht. Soll der be­ste­hen­de Rah­men der Wäh­rungs­uni­on wie­der ge­fes­tigt wer­den, oder soll eine grund­le­gen­de Neu­aus­rich­tung hin zu ei­ner fis­ka­li­schen oder gar po­li­ti­schen Uni­on er­fol­gen? Die Bun­des­bank hat be­reits im Jahr 1990 dar­auf hin­ge­wie­sen, dass eine Wäh­rungs­uni­on an Gren­zen ge­rät, wenn sie nicht durch eine po­li­ti­sche Uni­on ver­voll­stän­digt wird.

Seit Aus­bruch der Euro-Kri­se ha­ben die Bun­des­bank und auch die Bun­des­re­gie­rung den ent­ge­gen­ge­setz­ten An­satz ver­folgt: so we­nig ge­mein­sa­me Po­li­tik wie mög­lich, so viel na­tio­na­le Ei­gen­ver­ant­wor­tung wie mög­lich. Ohne Er­folg.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 7/2012.