Karriere

Ost-West-Konflikt

Führung Von Chinesen lernen? Warum nicht! Auch Manager im Westen können von Konfuzius und Co. noch profitieren.

AUS­LAUF­MO­DELL WEST? Mi­cro­soft-Chef Ste­ve Ball­mer steht für den Pro­to­typ des an­gel­säch­si­schen Bull­do­zer­ka­pi­ta­lis­ten, der sich erst um sein ei­ge­nes Wohl und dann um das der Ak­tio­nä­re des Un­ter­neh­mens küm­mert

Yu Da­hai ist - und das ist nicht böse ge­meint - eine ge­spal­te­ne Per­sön­lich­keit. Die Hälf­te sei­nes nun­mehr 50-jäh­ri­gen Le­bens ver­brach­te er in Chi­na, die an­de­re in Deutsch­land. Ge­bo­ren wur­de er 1961 als Chi­ne­se in Shang­hai, zu Zei­ten mao­is­ti­scher Ty­ran­nei. Heu­te sitzt er als Deut­scher in fei­nem Zwirn auf der 20. Eta­ge in ei­nem Es­se­ner Bü­ro­hoch­haus. Yu ist Vor­stands­mit­glied bei Evo­nik und da­mit hier­zu­lan­de der rang­höchs­te Deutsch-Chi­ne­se in ei­nem gro­ßen Kon­zern. „Ich bin Deut­scher mit kon­fu­zia­ni­schen Wur­zeln“, sagt er von sich, selbst­re­dend in ge­schlif­fe­nem Deutsch.

Wie kein an­de­rer ver­kör­pert Yu zwei Wel­ten, die west­li­che und die chi­ne­si­sche. Er ist Pro­to­typ und Vor­rei­ter ei­ner Ent­wick­lung, die in den kom­men­den Jah­ren das Den­ken der glo­ba­len Wirt­schafts­eli­te ver­än­dern wird: die An­nä­he­rung der bei­den Ma­nage­ment­phi­lo­so­phi­en aus West und Ost.

Noch le­ben west­li­che und fern­öst­li­che Un­ter­neh­men in Par­al­lel­wel­ten: Hier eher kopf-, dort eher bauch­ge­steu­ert. Hier Quar­tals­den­ken, dort Fünf­jah­res­plä­ne. Der Wes­ten ent­wi­ckelt Stra­te­gi­en, der fer­ne Os­ten Vi­sio­nen. Hier liebt man den Dis­kurs, dort die Har­mo­nie. Hier herrscht viel Miss­trau­en, dort do­mi­niert Ver­trau­en.

Sie lesen die Vorschau

Sie haben diese Ausgabe bereits gekauft oder ein digitales Abo? Dann melden Sie sich mit Ihrer manager-ID an, um den vollständigen Artikel zu lesen.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 7/2012.