Manager Unterwegs

Ein Platz für Götter

Früh­stück im „Es Fa­nals": Da ist man dem Him­mel ganz nah

Hier oben auf der Klip­pe, da wür­de ein­mal das Spa lie­gen, mit Pool und Säu­len, ei­nem grie­chi­schen Tem­pel gleich. Klaus C. Plönz­ke, der In­ves­tor, klet­ter­te mit uns im Stahl­be­tonske­lett sei­nes ge­plan­ten Lu­xus­ho­tels her­um, und wir wa­ren fas­zi­niert. Wo auf der Welt gäbe es noch ein­mal eine sol­che Lage? Ein Rund­um­blick: Vorn nichts als die blaue Un­end­lich­keit des Mee­res, im Hin­ter­grund das ge­wal­ti­ge Tra­m­un­ta­na-Mas­siv, seit­lich das Halb­rund ei­nes Ha­fen­dorfs, hübsch, wie aus der Spiel­zeug­kis­te: Port Sól­ler an der Nord­west­küs­te Mal­lor­cas.

Beim Spa­zie­ren­ge­hen hat­te das Ehe­paar Plönz­ke den al­ten, her­un­ter­ge­kom­me­nen „Ata­la­ya Club“ hoch auf dem Fel­sen ent­deckt. Und für den Pio­nier der deut­schen EDV-Sze­ne, der sich zum Mul­ti­mil­lio­när hoch­ge­ar­bei­tet hat, war so­fort klar: das wird ge­kauft und neu auf­ge­baut. „Hier er­öff­net dem­nächst das auf­re­gends­te Ho­tel der In­sel“, freu­ten wir uns 1999 ein we­nig vor­ei­lig. Denn mit dem Tod von Plönz­kes Ehe­frau en­de­ten auch Spi­rit und Elan. Er­starrt wie die Über­res­te ei­nes rie­si­gen ver­en­de­ten Tie­res lag der Roh­bau fort­an auf dem Fel­sen. Ste­ter Ärger mit Be­hör­den und Bau­fir­men hat­ten den In­ves­tor zer­mürbt.

Doch jetzt - was für eine stol­ze Er­öff­nung! Mehr als ein Jahr­zehnt spä­ter leuch­tet das „Ju­mei­rah Port Sól­ler Ho­tel & Spa“ hell­weiß auf dem rot­brau­nen Fels. Die Frank­fur­ter Deka Im­mo­bi­li­en GmbH, der jet­zi­ge Ei­gen­tü­mer, hat als Be­trei­ber die ehr­gei­zi­ge Ju­mei­rah-Ho­tel­grup­pe aus Du­bai ge­won­nen und die Bau­rui­ne für 40 Mil­lio­nen Euro um- und fer­tig­ge­baut. Und auch Plönz­ke ist da­von­ge­kom­men, er hat­te 30 Mil­lio­nen Euro in­ves­tiert und beim Ver­kauf 2007 im­mer­hin 28 Mil­lio­nen er­zielt. Wie das nun aus­schaut? Da kann man nur sa­gen: So wie es eben aus­sieht, wenn eine Im­mo­bi­li­en GmbH baut. Aus den ur­sprüng­lich ge­plan­ten 80 wur­den 120 Zim­mer und Sui­ten. Und mit­hil­fe neu­er Ar­chi­tek­ten hat man es dann tat­säch­lich ge­schafft, die Bau­mas­se so zu ver­dich­ten, dass man selbst vom höchst­ge­le­ge­nen Punkt des Re­sorts, der Ter­ras­se des „Es Fa­nals“, kei­nen 360-Grad-Blick mehr hat. Und statt auf die schrof­fen Flan­ken des Tra­m­un­ta­na-Ge­bir­ges, Welt­kul­tur­er­be der Unesco, ge­gen zwei Stock­wer­ke ei­nes Be­ton­baus schaut.

Sie lesen die Vorschau

Sie haben diese Ausgabe bereits gekauft oder ein digitales Abo? Dann melden Sie sich mit Ihrer manager-ID an, um den vollständigen Artikel zu lesen.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 7/2012.