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Jahr und Amen

Bertelsmann Vorstandschef Rabe plant den nächsten Coup: Die Eigentumsverhältnisse des Konzerns werden neu sortiert.

Be­zie­hungs­kri­se: Tho­mas Rabe (r.) will Durch­griff, Gru­ner-Mann Bernd Buch­holz wird an die Lei­ne ge­legt

Wenn Tho­mas Rabe (47), Vor­stands­vor­sit­zen­der der Ber­tels­mann AG, am 12. Sep­tem­ber die Büh­ne des Gü­ters­lo­her Stadt­thea­ters be­tritt und rund 500 Spit­zenk­a­der aus al­ler Her­ren Län­der zum Ma­nage­ment-Ren­cont­re be­grüßt, dann sind die Er­war­tun­gen an ihn groß: Der seit An­fang des Jah­res sei­nes Am­tes wal­ten­de Rabe hat sei­nem Wunsch und Wil­len star­ken Aus­druck ver­lie­hen, Eu­ro­pas größ­tem Me­di­en­kon­zern (RTL, Gru­ner + Jahr, Ran­dom Hou­se, Ar­va­to) neue Schwung­kraft zu ver­lei­hen und ihn mit stets er­neu­er­ba­rer En­er­gie auf­zu­la­den.

Rabe stößt auf Mit­ar­bei­ter, die - müde des Spa­rens, Gei­zens und Ver­hü­tens - zu­tiefst er­füllt sind von der Sehn­sucht nach Auf­bruch und Fort­schritt. So­gar Pio­nier­geist macht sich wie­der breit: Ber­tels­mann sucht sein Glück im Neu­en und Un­be­kann­ten, und Rabe lo­dert vor Tat­kraft und Ent­schluss­freu­de.

Zwei Vor­stands­pos­ten hat er neu be­setzt (Fi­nan­zen und RTL), ei­nen drit­ten (Un­ter­neh­mens­ent­wick­lung) er­fun­den, ein „Group Ma­nage­ment Com­mit­tee“ ins Le­ben ge­ru­fen, die Frau­en­quo­te er­höht, Fonds auf­ge­legt, Ber­tels­mann-Bot­schaf­ten in Neu-De­lhi und São Pau­lo er­öff­net, un­ge­zähl­te Ide­en­fin­dungs­gre­mi­en ge­lei­tet und schließ­lich den (al­ten) Plan aus der Schub­la­de ge­zo­gen, der es er­mög­licht, Geld­ge­ber in die Hol­ding auf­zu­neh­men oder ei­nen Bör­sen­gang mit ihr an­zu­tre­ten, ohne dass die Herr­scher­fa­mi­lie Mohn ei­nen Macht­ver­lust be­fürch­ten müss­te: den mit Trom­mel­wir­bel und Tra­ra an­ge­kün­dig­ten Um­bau von der AG in eine SE & Co. KGaA.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 9/2012.