Unternehmen

Ehrliche Haut

Porträt Metro-Chef Olaf Koch ist der jüngste und exotischste Lenker eines Dax-Konzerns. Kann er die Firma retten?
Von Sören Jensen

Jahr­hun­dert­hal­le in Frank­furt-Höchst, 8. Ok­to­ber 2011. Die schwe­di­sche Band Man­do Diao rockt. Un­plug­ged spielt sie, mit vie­len In­stru­men­ten, un­ter­stützt von ei­nem Streich­quar­tett. Sie wird zur In­die-Sze­ne ge­rech­net, nichts für Charts-Hö­rer. Im Pu­bli­kum ein kahl­köp­fi­ger An­fang­vier­zi­ger, der sich für Man­do Diao schon be­geis­ter­te, als die For­ma­ti­on fast nur Mu­sik­jour­na­lis­ten be­kannt war.

Si­gnal Idu­na Park in Dort­mund, 11. April 2012. Der­sel­be hoch­ge­wach­se­ne Mann, er heißt Olaf Koch (42), hat das nack­te Haupt un­ter ei­ner ab­ge­wetz­ten Base­ball­müt­ze mit den In­si­gni­en der Bo­rus­sia ver­bor­gen. An die­sem fünft­letz­ten Spiel­tag der Sai­son schlägt Dort­mund die Mün­che­ner Bay­ern mit 1:0. Die er­neu­te deut­sche Fuß­ball­meis­ter­schaft ist den West­fa­len kaum noch zu neh­men. Ob­wohl BVB-Fan Koch sich je­den Lo­gen­platz leis­ten könn­te, ju­belt er ste­hend in­mit­ten der Hard­core-Ge­treu­en.

Stadt­hal­le Düs­sel­dorf, 23. Mai 2012. Der Han­dels­kon­zern Me­tro AG hat zur Haupt­ver­samm­lung ge­la­den. Koch, seit dem 1. Ja­nu­ar 2012 Vor­stands­vor­sit­zen­der des Un­ter­neh­mens, sitzt mit frisch ra­sier­tem Schä­del auf dem Po­di­um. Die Ver­an­stal­tung ist „eine Her­aus­for­de­rung“, wie er spä­ter ba­ga­tel­li­sie­ren wird. Er be­kommt kri­ti­sche Töne zu hö­ren, per­sön­li­che An­grif­fe, zum Teil hass­er­füll­te Ti­ra­den.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 9/2012.