Unternehmen

Kolbenfresser

Missmanagement Ein Deal unter den Automobilzulieferern Behr und Mahle zeigt beispielhaft, warum Übernahmen häufig missglücken.

Feh­len­de Pas­sung: Zwi­schen Mah­le-Chef Heinz Jun­ker (l.) und Behr-Auf­sichts­rats­chef Horst Gei­del flie­gen die Spä­ne

Der deut­sche Ka­ba­ret­tist Wer­ner Finck sag­te ein­mal: „Eine Kon­fe­renz ist eine Sit­zung, bei der vie­le hin­ein­ge­hen und we­nig her­aus­kommt.“ Bei der Sit­zung, zu der Pe­ter Gru­now (63), Chef des schwä­bi­schen Au­to­zu­lie­fe­rers Behr, sei­ne Ge­schäfts­füh­rungs­kol­le­gen am 22. Mai die­ses Jah­res ge­la­den hat­te, gin­gen nur we­ni­ge hin­ein. Her­aus­kom­men könn­te al­ler­dings noch eine Men­ge.

Im sieb­ten Stock der Behr-Zen­tra­le, ei­nes schmuck­lo­sen Zweck­baus im Stutt­gar­ter Stadt­teil Feu­er­bach, tag­ten die Kon­zer­no­be­ren im gro­ßen Be­spre­chungs­zim­mer, als plötz­lich un­er­wünsch­ter Be­such in der Tür stand. Die Er­mitt­ler der EU-Kom­mis­si­on wa­ren mit ei­nem schwe­ren Ver­dacht in die Lan­des­haupt­stadt ge­kom­men: Die Schwa­ben sol­len mit den Kon­kur­ren­ten Va­leo und Den­so seit 2002 den Markt für Kli­ma­an­la­gen und Kühl­sys­te­me ma­ni­pu­liert und so für ei­ni­ge Groß­auf­trä­ge über­höh­te Prei­se kas­siert ha­ben.

Als die Be­am­ten Stun­den spä­ter wie­der ver­schwun­den sind, ha­ben sie Dut­zen­de Ak­ten­ord­ner mit­ge­nom­men. Was sie dort ge­fun­den ha­ben, wird sich erst in ei­ni­gen Mo­na­ten zei­gen. Die Fol­gen je­doch sind schon jetzt gra­vie­rend: Behr droht nicht nur eine Stra­fe in drei­stel­li­ger Mil­lio­nen­hö­he. Die Durch­su­chung be­deu­tet auch das vor­läu­fi­ge Ende ei­nes un­glück­li­chen Über­nah­me­ver­suchs.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 9/2012.