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Irre gut

Management Zu einer dynamischen Wirtschaft gehört auch eine ordentliche Dosis Wahnsinn. Warum nur sind deutsche Topmanager so schrecklich normal?

Ver­rückt kommt wei­ter: |1| Jeff Be­zos, Ama­zon |2| Mi­cha­el O'­Lea­ry, Rya­nair |3| Ri­chard Bran­son, Vir­gin |4| Hans Rie­gel (✝), Ha­ri­bo |5| Tors­ten To­el­ler, Fress­napf |6| Cle­mens Tön­nies, Tön­nies-Grup­pe |7| Ge­brü­der Sam­wer, Ro­cket In­ter­net |8| Fer­di­nand Piëch, VW |9| Has­so Platt­ner, SAP |10| Theo Mül­ler, Mül­ler­milch |11| Jür­gen Groß­mann, Ex-RWE

Wenn es et­was gibt, das Erich Sixt nicht aus­ste­hen kann, dann sind es Vor­schrif­ten. Das fängt beim Au­to­fah­ren an. Sixt, Chef und Groß­ak­tio­när der gleich­na­mi­gen Miet­wa­gen­ket­te, setzt sich lei­den­schaft­lich gern ans Steu­er. Dass es sinn­voll ist, sich da­bei an­zu­schnal­len, leuch­tet ihm ein. Dass der Staat ihm dies vor­schreibt, hin­ge­gen nicht. So­lan­ge es tech­nisch mög­lich war, ließ Sixt des­halb in sei­nen Au­tos den Warn­me­cha­nis­mus aus­bau­en, der den Fah­rer auf die An­schnall­pflicht hin­weist.

Als ihn die Po­li­zei in sei­nem Hei­mat­ort Pul­lach ohne Gurt am Steu­er er­wisch­te, räum­te er mit ei­nem brei­ten Lä­cheln ein, seit 20 Jah­ren un­an­ge­schnallt Auto zu fah­ren - und zahl­te das fäl­li­ge Buß­geld.

So wie Sixt Auto fährt, hat er auch sei­nen Kon­zern groß ge­macht: mit Voll­gas und vol­lem Ri­si­ko. Als er Ende der 60er Jah­re in den USA auf das da­mals neu­ar­ti­ge Ge­schäfts­feld Lea­sing stieß, bot er die­se Dienst­leis­tung so­fort deut­schen Un­ter­neh­men an. Der Rüs­tungs­kon­zern Krauss-Maf­f­ei über­ließ Sixt dar­auf­hin sei­nen Fuhr­park - und der Un­ter­neh­mer, der vom Lea­sing nicht mehr wuss­te als den Na­men, muss­te sich über Nacht um die 200 Dienst­wa­gen des Pan­zer­bau­ers küm­mern. Sein ei­ge­ner Miet­wa­gen­park war zu dem Zeit­punkt auch nicht grö­ßer.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 12/2013.