Was macht eigentlich ...

Hermann Scholl?

Auch mit 78 Jahren spielt er noch mit bei Bosch.

_____ "Nie­mals geht man so ganz“, hat die köl­sche Hu­mo­ris­tin Tru­de Herr ein­mal ge­sun­gen. Wenn die­ser Ab­schieds­gruß auf je­man­den zu­trifft, dann auf Her­mann Scholl. Seit 13 Jah­ren schon wäre er in Ren­te, hät­te er sich an die staat­li­chen Vor­ga­ben ge­hal­ten. Doch das kam nie in­fra­ge für Scholl. 30 Jah­re ge­hör­te er der Ge­schäfts­füh­rung der Stutt­gar­ter Ro­bert Bosch GmbH an. Er führ­te den Au­to­mo­bil­zu­lie­fe­rer 19 Jah­re, erst als Chef der Ge­schäfts­füh­rung, spä­ter an der Spit­ze des Auf­sichts­rats und der letzt­lich ent­schei­den­den Bosch-Ge­sell­schaf­ter­run­de In­dus­trie­treu­hand. Als er An­fang Juli 2012 ab­trat und zum Eh­ren­vor­sit­zen­den er­nannt wur­de, war er 77 Jah­re alt. Er hat­te ge­ra­de sein 50-jäh­ri­ges Ju­bi­lä­um ge­fei­ert, je­der­zeit im Dienst von Zünd­ker­ze und Die­sel­ein­sprit­zung, von ABS, ESP und Wind­ener­gie.

Und nun? Fragt man Her­mann Scholl, was er macht mit der un­ge­wohn­ten Frei­zeit, dann geht es schnell um das Zen­trum der scholl­schen Welt: Bosch. Stört ihn Deutsch­lands fö­de­ra­lis­ti­sches Bil­dungs­sys­tem, dann nutzt er die Ro­bert Bosch Stif­tung als Ve­hi­kel, um Ein­fluss zu neh­men. Und die Man­da­te in den Ku­ra­to­ri­en von Al­lens­bach-Stif­tung und Stif­ter­ver­band die­nen na­tür­lich: auch Bosch. Si­cher, er spielt zwei­mal die Wo­che Golf (Han­di­cap 23), hat mehr Zeit für sein ge­lieb­tes Cel­lo, mu­si­ziert in zwei Streich­quar­tet­ten (zwei Vio­li­nen, Brat­sche, Cel­lo). Er ge­nießt das Le­ben „als Halb­tags­kraft“, nimmt häu­fig die 15 Mi­nu­ten Weg­stre­cke nach Hau­se auf sich, „um mit­tags nach 51 Jah­ren Ehe end­lich häu­fi­ger ge­mein­sam mit mei­ner Gat­tin zu es­sen“.

Die üb­li­chen Auf­ga­ben ei­nes pen­sio­nier­ten Vor­stands sind Scholl ver­sperrt. „Auf­sichts­rä­te? Die müs­sen Sie frü­her oder spä­ter ver­las­sen“, sagt er. Er kon­trol­lier­te die Vor­stän­de von BASF und Al­li­anz, von Thys­sen und Deut­scher Bank. Dann er­reich­te er die Al­ters­gren­ze. Nicht je­der Kon­zern tickt wie Bosch.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 12/2013.