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Im Zweifel gegen den Angeklagten

Staatsgewalt Topmanager sind zur Zielscheibe von Politik und Justiz geworden. Mit Brachialmethoden werden vermeintlich kriminelle Firmenlenker gejagt - für die Betroffenen ein Horrortrip.

End­sta­ti­on Knast: Die Ur­tei­le ge­gen Vor­stän­de wer­den im­mer här­ter. Selbst Ge­fäng­nis­stra­fen sind kei­ne Sel­ten­heit mehr.

Es hat in den ver­gan­ge­nen gut sechs Jah­ren ein paar Mo­men­te ge­ge­ben, in de­nen Die­ter Burg­mer (53) die Hoff­nung heg­te, in sein al­tes Le­ben zu­rück­keh­ren zu kön­nen. Ein Le­ben mit viel Ar­beit, viel Stress, viel Geld. Vor al­lem aber mit dem Ge­fühl, wie­der da­zu­zu­ge­hö­ren.

Da war zum Bei­spiel 2009 das Ge­spräch mit dem da­ma­li­gen baye­ri­schen Fi­nanz­mi­nis­ter Ge­org Fah­ren­schon. Ob man ihm nicht ein­fach sei­nen Ver­trag aus­zah­len und ei­nen Neu­start er­mög­li­chen kön­ne, frag­te Burg­mer, der an­dert­halb Jah­re zu­vor als Vor­stand der Baye­ri­schen Lan­des­bank frei­ge­stellt wor­den war, weil ein Mit­ar­bei­ter sei­ner Han­dels­ab­tei­lung ei­nen Ver­lust in Mil­lio­nen­hö­he ver­ur­sacht hat­te. Das wür­de er ja gern tun, ant­wor­te­te Fah­ren­schon, aber die dann fäl­li­ge Mil­lio­nen­ab­fin­dung kön­ne er sei­nen Wäh­lern po­li­tisch nicht ver­mit­teln.

Als Burg­mers Ver­trag bei der Bay­ern­LB 2012 end­lich aus­ge­lau­fen war, kam das Job­an­ge­bot ei­ner deut­schen Hy­po­the­ken­bank. Vor­stand soll­te Burg­mer wer­den, wie einst in Mün­chen. So­gar die Ban­ken­auf­sicht Ba­fin war ein­ver­stan­den. Doch der Im­mo­bi­li­en­fi­nan­zie­rer zog die Of­fer­te zu­rück. Denn ge­gen Burg­mer und sei­ne ehe­ma­li­gen Vor­stands­kol­le­gen wur­de mitt­ler­wei­le er­mit­telt, weil die Bay­ern­LB just zum Zeit­punkt sei­nes Aus­schei­dens die ös­ter­rei­chi­sche Skan­dal­bank Hypo Alpe Adria ge­kauft hat­te. Ein Top­ma­na­ger, hin­ter dem die Staats­an­wäl­te her sind, war dem neu­en Ar­beit­ge­ber nicht ge­heu­er.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 2/2014.