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Angekün­digter Zelltod

Daimler Gerade erst haben die Stuttgarter die Batterietochter Li-Tec übernommen. Und doch ist 2016 Schluss.

_____ Es klang al­les so schön: Man ver­fü­ge jetzt über die wich­tigs­ten Bat­te­rie­bau­stei­ne, ließ sich Daim­lers Chef-Elek­tro­mo­bi­lis­ti­ker Ha­rald Krö­ger (47) im April zi­tie­ren: die Fer­ti­gung von Li­thi­um-Io­nen-Zel­len und die Mon­ta­ge der kom­plet­ten Bat­te­ri­en. Der Au­to­kon­zern hat­te dem Part­ner Evo­nik sei­nen An­teil an den Ge­mein­schafts­un­ter­neh­men Li-Tec und Deut­sche Ac­cu­mo­ti­ve ab­ge­kauft; fort­an - den Ein­druck ver­mit­tel­te das State­ment - kön­ne man die Ak­kus so rich­tig auf­la­den. Das Bat­te­rie­ge­schäft wach­se stark, sa­gen die Stutt­gar­ter. Man ar­bei­te an ei­nem Kon­zept für Li-Tecs künf­ti­ge Auf­stel­lung.

Von ei­ner glor­rei­chen Zu­kunft kann je­doch kei­ne Rede sein. Spä­tes­tens 2016 - so der ak­tu­el­le Stand - will Daim­ler Li-Tec schlie­ßen. Die Lage ist ver­trackt. Das Werk im säch­si­schen Ka­menz pro­du­ziert die Bat­te­rie­zel­len für ein ein­zi­ges Mo­dell: den Elek­tro-Smart. Die Zel­len für den An­fang 2016 ge­plan­ten Nach­fol­ger wer­de ver­mut­lich der ko­rea­ni­sche Elek­tro­nik­kon­zern LG lie­fern, heißt es im Kon­zern - und zwar zu etwa ei­nem Drit­tel der jet­zi­gen Kos­ten. Op­tio­nen für neue Li-Tec-Auf­trä­ge gebe es der­zeit nicht.

Über ein Jahr lang hat­ten Daim­ler und Evo­nik ei­nen Käu­fer für ihr Joint Ven­ture ge­sucht. Ins­be­son­de­re mit LG spiel­te man et­li­che Va­ri­an­ten durch. Das Er­geb­nis je­doch blieb er­schre­ckend. Die Ko­rea­ner bo­ten kei­nes­wegs die für das Ge­samt­un­ter­neh­men er­hoff­te Mil­li­ar­de. Ab­ge­schreckt durch ver­hee­ren­de Zah­len - Daim­ler wies für Li-Tec 2012 ein Mi­nus von 50 Mil­lio­nen Euro aus -, ver­lang­ten sie Preis- und Auf­trags­ga­ran­ti­en, die auf eine Mit­gift in drei­stel­li­ger Mil­lio­nen­hö­he hin­aus­lie­fen.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 6/2014.