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Genie und Wahnsinn

Allianz Innerhalb weniger Monate mutierte Bill Gross vom Überinvestor zum Großrisiko. Bekommt der Münchener Konzern den Bond King in den Griff?

Micha­el Diek­mann (59) ist kein Viel­flie­ger aus Pas­si­on, schon gar nicht auf der Lang­stre­cke. Al­ler­dings bleibt dem Al­li­anz-Chef kei­ne an­de­re Wahl, als ins Flug­zeug zu stei­gen, wenn er mit sei­nem best­be­zahl­ten An­ge­stell­ten (rund 200 Mil­lio­nen Dol­lar jähr­lich) ein Ge­spräch un­ter vier Au­gen führ­ten will. In­vest­ment­su­per­star Bill Gross, Mit­grün­der und Chief In­vest­ment Of­fi­cer der Fonds­ge­sell­schaft Pim­co und seit ein­ein­halb Jahr­zehn­ten Teil des Al­li­anz-Reichs, fliegt nun ein­mal nicht, da macht er auch für Diek­mann kei­ne Aus­nah­me.

An­lass zum Re­den gab es in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten ge­nug. Pim­co, lan­ge der Star­per­for­mer des Kon­zerns, steckt in schwe­ren Tur­bu­len­zen. In di­cken Tran­chen zie­hen die Kun­den ihr Ka­pi­tal ab. Vor al­lem der von Gross selbst ge­ma­nag­te Pim­co To­tal Re­turn Fund ist an­ge­schla­gen. Rund 62 Mil­li­ar­den Dol­lar sind seit Mai 2013 ab­ge­flos­sen, al­lein im April wa­ren es 5,5 Mil­li­ar­den.

Und Diek­mann? Wirkt hilf­los. Jetzt rächt es sich, dass die Mün­che­ner we­gen der ho­hen Ren­di­ten (knapp ein Drit­tel des ope­ra­ti­ven Er­geb­nis­ses hängt an den Ame­ri­ka­nern) auf Mit­spra­che in New­port Beach weit­ge­hend ver­zich­tet ha­ben. Über all die Jah­re blieb Pim­co stets ein auf sei­ne Un­ab­hän­gig­keit be­dach­ter Kon­zern im Kon­zern. Erst jetzt, seit Gross die An­lei­he­märk­te nicht mehr wie ge­wohnt do­mi­niert, zei­gen sich die Schat­ten­sei­ten der bis da­hin so lu­kra­ti­ven Zweck­be­zie­hung.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 6/2014.