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Boom Britannia

Vereinigtes Königreich Aggressiv treiben Regierung und Notenbank die Industrialisierung voran. Die Wirtschaft brummt - wie lange noch?

der Man­ches­ter­ka­pi­ta­lis­mus lebt: Ein Bank­sy-Graf­fi­to im Lon­do­ner Stadt­teil Ha­rin-gey er­in­nert an die rü­den An­fän­ge der bri­ti­schen In­dus­trie. Das Kunst­werk wur­de mitt­ler­wei­le (samt Mau­er) de­mon­tiert und soll in Ame­ri­ka ver­stei­gert wer­den.

Wolf­gang Zie­bart (64) hat schon di­ver­se Kar­rie­re­sta­tio­nen durch­lau­fen. Er war Vor­stand beim Au­to­bau­er BMW, Vize beim Rei­fen­kon­zern Con­ti­nen­tal und Chef des Chip­her­stel­lers In­fi­ne­on. Ei­gent­lich könn­te er sich lang­sam in den Ru­he­stand ver­ab­schie­den. Statt­des­sen sitzt Zie­bart an ei­nem mil­den Früh­lings­abend Ende April im „Queen and Cast­le“, ei­nem Pub in den bri­ti­schen Mid­lands un­weit von Bir­ming­ham.

Ein ge­schichts­träch­ti­ger Ort. Im be­nach­bar­ten Ke­nil­worth Cast­le, ge­baut im 12. Jahr­hun­dert, mach­ten die Kö­ni­ge Bri­tan­ni­ens Sta­ti­on auf ih­ren Rei­sen durchs Land. Auch Zie­bart hat Ge­fal­len ge­fun­den an der In­sel. Eine Auf­bruch­stim­mung, wie sie hier zur­zeit herr­sche, habe er noch nicht er­lebt, sagt er.

Seit Au­gust ar­bei­tet der deut­sche In­ge­nieur als Tech­nik­vor­stand bei Ja­gu­ar Land Ro­ver. Die Au­to­mar­ken sind heiß be­gehrt, auf ei­nen neu­en Ran­ge Ro­ver müs­sen die Kun­den mitt­ler­wei­le fast ein Jahr war­ten. Ent­spre­chend ei­lig hat es Zie­bart, die Ka­pa­zi­tä­ten aus­zu­wei­ten. Ge­gen­wind von den bri­ti­schen Be­hör­den muss er nicht fürch­ten, im Ge­gen­teil. In na­he­zu kei­nem an­de­ren Land der EU, hat die Welt­bank er­rech­net, ar­bei­tet die Bü­ro­kra­tie ef­fi­zi­en­ter. „Wenn wir Pro­ble­me mit der In­fra­struk­tur ha­ben, wer­den die­se von den lo­ka­len Be­hör­den we­sent­lich schnel­ler und un­bü­ro­kra­ti­scher ge­löst als an­ders­wo“, er­zählt Zie­bart bei Sa­lat und Was­ser - drau­ßen war­tet sein Ja­gu­ar F-Type. „Wir kön­nen al­les um­set­zen, was wir uns vor­stel­len.“

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 6/2014.