Unternehmen

Einer geht noch

Warsteiner Die Traditionsbrauerei verliert Marktanteile, als wäre sie ein leckgeschlagenes Fass. Jetzt übergibt die Eigentümerin Catharina Cramer das operative Geschäft an den ehemaligen Red-Bull-Manager Martin Hötzel. Der Mann gilt als letzte Chance für die Marke.

Der muss kes­seln: Der neue Spit­zen­ma­na­ger Mar­tin Höt­zel in der War­stei­ner Brau­aka­de­mie

Die Zu­kunft von War­stei­ner hat­te ge­ra­de erst be­gon­nen. Im Früh­jahr 2014 bat Ca­tha­ri­na Cra­mer (36), al­lei­ni­ge Ei­gen­tü­me­rin der Groß­braue­rei, ihre Ver­trieb­ler nach Bam­berg ins fir­men­ei­ge­ne „Wel­co­me Ho­tel“ am Ufer der Reg­nitz. An­dert­halb Jah­re wa­ren seit dem Tod ih­res über­mäch­ti­gen Va­ters Al­bert ver­gan­gen. Seit­her führ­te die Frau mit den lan­gen blon­den Haa­ren die Ge­schäf­te, miss­trau­isch be­äugt von der gan­zen Bier­bran­che, im­mer noch ei­ner der hand­fes­te­ren, tes­to­ste­ron­ge­steu­er­ten Wirt­schafts­zwei­ge im Land.

In Bam­berg woll­te Ca­tha­ri­na Cra­mer be­wei­sen, dass sie des gro­ßen Er­bes wür­dig ist - seit 1753 braut die Fa­mi­lie Cra­mer ihr Bier. Und sie woll­te Be­deu­ten­des ver­kün­den: den Mas­ter­plan für die einst größ­te Bier­mar­ke Deutsch­lands, ihre „Agen­da 2020“. Die Che­fin schwärm­te vom Pre­mi­um­i­mage des haus­ei­ge­nen Trunks, be­schwor den Kampf­geist ih­rer Leu­te und ge­lob­te ih­nen ewi­ge Treue: Auch 2020, ver­si­cher­te die Ei­gen­tü­me­rin, wer­de War­stei­ner noch fa­mi­li­en­geführt sein. To­sen­der Ap­plaus im Saal.

Umso grö­ßer war der Schock, als der Ab­satz in den fol­gen­den Mo­na­ten dras­tisch ein­brach. War­stei­ner hat­te im Fe­bru­ar - als letz­te der gro­ßen Pils­mar­ken - die Prei­se er­höht und wur­de gna­den­los ab­ge­straft. Of­fen­sicht­lich nimmt der Kun­de die eins­ti­ge „Kö­ni­gin der Bie­re“ nur noch als Bil­lig­mar­ke wahr.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 1/2015.