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Hilferuf vom Mittelsitz

Luftfahrt Eng, freudlos, schikanös – der Billigtrend trifft jetzt mit voller Wucht die Geschäftsreisenden. Das Fliegen, einst Inbegriff moderner Fortbewegung, ist zum Effizienzrennen verkommen.

Für spar­sa­me Viel­flie­ger hat Luft­han­sa-Chef Cars­ten Sp­ohr (48) die­ser Tage eine fro­he Bot­schaft. Wer bei kur­zen Flü­gen in Deutsch­land und Eu­ro­pa kei­nen Kof­fer auf­gibt – für die meis­ten Ak­ten­ta­schen­trä­ger der Nor­mal­fall –, kann gan­ze zehn Euro spa­ren. Be­dau­er­lich nur, dass die­se Ti­ckets we­der um­ge­bucht noch stor­niert wer­den kön­nen und da­mit für Ge­schäfts­rei­sen­de un­brauch­bar sind. Taug­li­che Ti­ckets hin­ge­gen wer­den in Sp­ohrs neu­er Ta­rif­welt teu­rer.

Ste­fan Pi­ch­ler (57) von Air Ber­lin mag da als Freund der Kun­den nicht zu­rück­ste­hen. Auch künf­tig, ge­lobt er, wer­de Deutsch­lands Num­mer zwei ein Herz für ihre Gäs­te ha­ben – aus Scho­ko­la­de. Da­für sind kos­ten­lo­se Ge­trän­ke und Snacks ab No­vem­ber weit­ge­hend ge­stri­chen.

Pie­ter El­bers (45), flie­gen­der Hol­län­der und Vor­mann von KLM, ruft gar die Kom­fort­zo­ne aus. Auf sei­nen „Eco­no­my Com­fort“- Sit­zen – ge­gen Auf­preis zu ha­ben – kön­ne man „die Bei­ne aus­stre­cken und die Zeit an Bord ge­nie­ßen“, sagt die Wer­bung. Recht hoch ge­grif­fen für 84 Zen­ti­me­ter Sitz­ab­stand bei Eu­ro­pa-Flü­gen; nur der Kon­trast zu den gna­den­los ge­stauch­ten nor­ma­len Eco-Sit­zen macht die Vor­zugs­plät­ze groß­zü­gig.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 10/2015.