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Auf Schürzenjagd

Diversity Die Quote für Aufsichtsräte hat einen harten Kampf um topqualifizierte Frauen entfacht. Alle buhlen um die gleichen Profile. Verschärft wird die Knappheit durch überholte Suchraster und alte Vorurteile.

Be­gehr­te Auf­se­he­rin­nen (im Uhr­zei­ger­sinn): Trumpf-Che­fin Ni­co­la Lei­bin­ger-Kam­mül­ler kon­trol­liert un­ter an­de­rem Sie­mens; Hen­kel-Per­so­nal­vor­stän­din Kath­rin Men­ges sitzt im Adi­das-Auf­sichts­rat; Luft­han­sa-CFO Si­mo­ne Men­ne passt bei di­ver­sen Toch­ter­fir­men auf und Te­le­kom-Vor­stands­frau Clau­dia Ne­mat bei Lan­xess

W enn Un­ter­neh­men mit ei­nem stark aus­bau­fä­hi­gen Frau­en­an­teil Di­no­sau­ri­er sind, dann ist Fre­se­ni­us im Dax der T. Rex. Frau­en im Vor­stand: null. Frau­en im Auf­sichts­rat: null. Um­den­ken seit Be­ginn der De­bat­te über mehr weib­li­che Top­füh­rungs­kräf­te: null. Lie­ber ver­merk­te der Her­ren­klub im Ge­schäfts­be­richt mit bra­chia­lem Stolz die be­wuss­te Ent­schei­dung ge­gen eine Quo­te. Die­se, ur­teil­te bün­dig Die­ter Schenk, der star­ke Mann im Fre­se­ni­us-Hin­ter­grund, sei „we­der im In­ter­es­se der Un­ter­neh­men noch der zu för­dern­den Frau­en“.

Di­no­sau­ri­er gel­ten als trä­ge, we­nig in­tel­li­gent und ganz all­ge­mein als Tie­re, die den Schuss der Evo­lu­ti­on nicht ge­hört ha­ben. Mög­lich ist, dass die Evo­lu­ti­on ein zu klei­nes Ka­li­ber ver­wen­de­te. Tat­säch­lich kann selbst ein T. Rex sei­ne Ein­stel­lung über­den­ken, wenn es nur laut ge­nug knallt.

Das tat es am 6. März, als der Bun­des­tag eine ge­setz­li­che Frau­en­quo­te von 30 Pro­zent für Auf­sichts­rä­te gro­ßer Un­ter­neh­men be­schloss. Heißt für Fre­se­ni­us: Zur Auf­sichts­rats­wahl 2016 muss die An­teils­eig­ner­sei­te drei Auf­se­he­rin­nen prä­sen­tie­ren, zwei für Fre­se­ni­us und eine für Fre­se­ni­us Me­di­cal Care.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 5/2015.