EDITORIAL

Wenn BMW es nicht schafft, wer dann?

STEF­FEN KLUS­MANN Chef­re­dak­teur

BMW-Chef Ha­rald Krü­ger hasst es, auf gro­ßer Büh­ne zu ste­hen, seit er bei der IAA 2015 vor lau­fen­den Ka­me­ras ei­nen Schwä­che­an­fall er­litt. Als er Mit­te Ok­to­ber in Los An­ge­les BMWs Mo­tor­rad­vi­si­on prä­sen­tier­te, war sein Un­be­ha­gen mit Hän­den zu grei­fen. Deut­lich mehr Spaß be­rei­te­te ihm das Ge­spräch mit dem Po­li­zei­chef von L. A. Der er­zähl­te, wie zu­frie­den er mit den 100 Elek­tro­au­tos des Mo­dells i3 sei, die in sei­ner Flot­te in­zwi­schen fah­ren. Ein Glücks­mo­ment für Krü­ger, der da­heim arg zu kämp­fen hat mit sei­ner Elek­tro­stra­te­gie – und sei­nem Image. Der i3 kann der Mo­dell­of­fen­si­ve von Tes­la kaum Pa­ro­li bie­ten, erst­klas­si­ge neue E-Au­tos hat BMW erst in fünf Jah­ren im Pro­gramm. Der Vor­stand un­ter Krü­gers Füh­rung hat die Nach­fra­ge­dy­na­mik un­ter­schätzt. Sei­ne Steif­heit bei öf­fent­li­chen Auf­trit­ten und sein an­ti­au­to­ri­tä­rer Füh­rungs­stil ma­chen die Sa­che nicht bes­ser. Der Kon­zern ver­langt nach ei­nem zu­pa­cken­den Boss an der Spit­ze. Wenn BMW die mo­bi­le Zu­kunft nicht meis­tert, wer dann? Wie Ha­rald Krü­ger ver­lo­re­nes Ter­rain zu­rück­er­obern will, schil­dert Mi­cha­el Frei­tag in un­se­rer Ti­tel­ge­schich­te ab hier.

Ex-Aldi-Chef Die­ter Bran­des hat zwei See­len in sei­ner Brust: Die eine ver­ehrt den Dis­coun­trie­sen, im­mer wie­der blät­ter­te er vor mei­nem Kol­le­gen Mar­tin Meh­rin­ger in al­ten Al­ben mit Fo­tos von Theo Al­brecht. Die an­de­re See­le rech­net mit Aldi ab, weil die Ket­te ihre Wur­zeln ver­rät und sich im­mer mehr zum Su­per­markt wan­delt. In Chi­na will Bran­des nun be­wei­sen, dass er der bes­se­re Dis­coun­ter ist – mit ei­nem Sor­ti­ment al­ter Schu­le. „Die Klon­fa­brik“ ab hier.

Fast täg­lich gibt es neue Ge­rüch­te, Halb­wahr­hei­ten und ge­le­gent­lich so­gar Fak­ten über die Deut­sche Bank – das einst so stol­ze Geld­haus gleicht ei­nem Not­fall­pa­ti­en­ten, der von ei­nem OP-Saal in den nächs­ten ge­scho­ben wird. Die Dia­gno­se ist im­mer die die­sel­be: Skan­dal­sucht. War­um es der Bank trotz stän­di­ger Warn­si­gna­le bis in die jüngs­te Zeit nicht ge­lun­gen ist, eine funk­tio­nie­ren­de Ri­si­ko­kon­trol­le auf­zu­bau­en, ent­hül­len mei­ne Kol­le­gen Tim Bartz und Sven Clau­sen am Bei­spiel des Mos­kau­er De­vi­sen­skan­dals, der auf dem Ver­dacht mil­li­ar­den­schwe­rer Geld­wä­sche grün­det. Ih­ren In­si­de­re­port über ei­nes der dun­kels­ten Ka­pi­tel in der Ge­schich­te der Deut­schen Bank le­sen Sie ab hier.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 11/2016.