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China statt Conti

Siemens Wie Vorstandschef Kaeser den Verkauf des Osram-Pakets betreibt.

Ganz bei sich Sie­mens-Chef Joe Ka­e­ser

Es war im Som­mer, da such­te El­mar De­gen­hart (57), Chef des Au­to­mo­bil­zu­lie­fe­rers Con­ti­nen­tal, Er­leuch­tung. Er fahn­de­te nach ei­nem neu­ar­ti­gen Sen­so­rik­sys­tem fürs au­to­no­me Fah­ren, das sich in der ganz nor­ma­len Fahr­zeug­be­leuch­tung ver­steckt. Ein Tech­nik­sprung soll­te es wer­den, kei­ne hal­be Sa­che. Und so kam De­gen­hart auf die Idee, ein Ak­ti­en­pa­ket ei­ner Fir­ma zu kau­fen, mit der er schon seit Län­ge­rem eng zu­sam­men­ar­bei­tet: dem Mün­che­ner Licht­kon­zern Os­ram.

Als Ver­käu­fer stand Joe Ka­e­ser (59) be­reit, der Chef von Sie­mens. Der Tech­no­lo­gie­rie­se ist mit 17 Pro­zent größ­ter Os­ram-Ak­tio­när. Das ge­gen­sei­ti­ge In­ter­es­se war groß, al­lein beim Preis fan­den die bei­den nicht zu­sam­men. De­gen­hart moch­te um die 50 Euro je Ak­tie zah­len. Das ent­sprach le­dig­lich ei­nem Auf­schlag von we­ni­gen Eu­ros ge­gen­über dem da­ma­li­gen Kurs, was Ka­e­ser zu we­nig er­schien. Das Ge­schäft schei­ter­te be­reits in ei­nem frü­hen Sta­di­um.

Mit der Ab­sa­ge war die vor­aus­sicht­lich letz­te Chan­ce ver­tan, Os­ram mit sei­nen 18 000 Pa­ten­ten und sei­ner wach­sen­den Be­deu­tung für die Au­to­in­dus­trie als deut­sches Un­ter­neh­men zu er­hal­ten. Wenn nicht noch ein Wun­der pas­siert (oder De­gen­hart es sich an­ders über­legt), ge­rät der High­tech­kon­zern wie zu­vor schon der Ro­bo­ter­bau­er Kuka in chi­ne­si­sche Hän­de.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 11/2016.