Unternehmen

Ein dunkles Kapitel

Deutsche Bank Zu unentschlossen, zu spät, zu wenig: Der Konzern schlampt beim Aufarbeiten seiner Skandale – bis in die jüngste Zeit.

Vor In­ves­to­ren läuft Mar­cus Schenck (50) zu Höchst­form auf. Dann mischt der Deut­sche-Bank-Fi­nanz­vor­stand teu­to­ni­sche Prä­zi­si­on mit an­gel­säch­si­scher Läs­sig­keit. In par­kett­si­che­rem Eng­lisch par­liert er über sein Ver­hält­nis zu Ober­meis­ter John Cryan (55; „John would say ...") und öff­net schon mal sein Herz.

Es sei ja lei­der so, klag­te er un­längst ei­nem wich­ti­gen Groß­an­le­ger, dass die gan­zen Rechts­ver­stö­ße der Bank aus der Ver­gan­gen­heit auch das ak­tu­el­le Ge­schäft er­schwer­ten. Die bri­ti­sche Fi­nanz­auf­sicht FCA etwa hal­te die Deut­sche Bank bei der Prä­ven­ti­on von Geld­wä­sche im­mer noch für nur ein­ge­schränkt ver­kehrs­fä­hig, was ganz kon­kre­te Fol­gen habe. In be­stimm­ten Bran­chen, so Schenck, müs­se die Bank für Neu­kun­den im Kre­dit­ge­schäft bei der FCA zeit­auf­wen­dig um eine Aus­nah­me­ge­neh­mi­gung bet­teln, ob­wohl der Kun­de selbst ganz of­fen­sicht­lich über je­den Zwei­fel er­ha­ben sei.

Was der Fi­nanz­vor­stand im­pli­zit sagt: Es gibt im­mer noch Zwei­fel am Ge­schäfts­ge­ba­ren von Deutsch­lands größ­tem Geld­haus. Wäh­rend Ri­va­len ihre dunk­len Ka­pi­tel längst ge­schlos­sen ha­ben, kämpft die Bank wei­ter mit den Auf­sichts­be­hör­den. Das Miss­trau­en von Re­gu­lie­rern und Kun­den kos­tet Um­satz.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 11/2016.