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Pressezar und Zimmermann

Burda Der letzte wahre Verleger? Von wegen! In München baut CEO Paul-Bernhard Kallen (l.) das Hochglanzhaus radikal zu einem Beteiligungskonzern um.

Es war ein fröh­li­ches Ge­burts­tags­fest, sah aber zu­gleich aus wie ein vor­weg­ge­nom­me­ner Ab­schied. Als der Ver­le­ger Hu­bert Bur­da im Fe­bru­ar ver­gan­ge­nen Jah­res im ba­ro­cken Kai­ser­saal der Mün­che­ner Re­si­denz sei­nen 75. Ge­burts­tag fei­er­te, ließ er ta­ge­lang Weh­mut durch die Stadt bla­sen. „Der letz­te deut­sche Ver­le­ger“, so be­gann die haus­ei­ge­ne „Huf­fing­ton Post“ ihre Wür­di­gung. Auch sonst war viel Rück­schau auf ei­nen, der sich ei­gent­lich als Vi­sio­när und Zu­kunfts­er­klä­rer ver­steht. Der Ju­bi­lar selbst gab ein er­klär­ter­ma­ßen al­ler­letz­tes In­ter­view und sprach dar­in – vom Tod: „Für die­se Über­fahrt musst du dich vor­be­rei­ten.“

Jetzt ist der Ge­fei­er­te von da­mals 76 und, wie Ver­trau­te ver­si­chern, ge­sund­heit­lich noch ei­ni­ger­ma­ßen bei­sam­men. In der Öffent­lich­keit in­des macht er sich rar. Es ist vor al­lem der Geist des Hu­bert Bur­da, der über­all wei­ter­lebt – in sei­nen Ma­ga­zi­nen, beim Bur­da-Night­cap in Da­vos wäh­rend des World Eco­no­mic Fo­rum, beim Bam­bi oder beim Di­gi­tal­hoch­amt DLD, zu dem das Haus die ka­li­for­ni­sche Tech-Eli­te nach Mün­chen holt. Wür­de man das Sit­ten­bild ei­nes Ver­le­gers im 20. Jahr­hun­dert ma­len wol­len, Hu­bert Bur­da, ver­hei­ra­tet mit der Schau­spie­le­rin Ma­ria Furt­wäng­ler, gäbe ein per­fek­tes Mo­dell ab.

Doch auch wenn die Fas­sa­de der Ver­le­ger­herr­lich­keit so mas­siv da­her­kommt wie die ge­schnitz­ten Holz­wän­de in Hu­bert Bur­das Büro: Die gro­ßen al­ten Zei­ten sind vor­bei. Der Ver­le­ger steu­ert die Bur­da Me­dia KG nicht mehr. An sei­ner statt führt Paul-Bern­hard Kal­len (59) die Ge­schäf­te, ein kühl kal­ku­lie­ren­der Port­fo­lio­ma­na­ger und Fi­nanz­fuchs.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 11/2016.