Führungszeugnis

Mehr Sein als Schein

Digital Leadership braucht Substanz statt bunter Turnschuhe.

Tho­mas Sat­tel­ber­ger hat­te Vor­stands­ver­ant­wor­tung bei Con­ti­nen­tal und zu­letzt bei der Te­le­kom. Twit­ter: @th_­sat­tel­ber­ger

Trans­for­ma­ti­on und Lea­dership sind in al­ler Mun­de, die di­gi­ta­le zu­mal, und doch fin­det man in deut­schen Un­ter­neh­men CEOs von er­staun­li­cher Ober­fläch­lich­keit. Oli­ver Bäte von der Al­li­anz trägt rote Snea­ker. Jo­han­nes Teyssen von Eon geht mit 30 Kilo we­ni­ger Kör­per­ge­wicht in die Schlacht. Joe Ka­e­ser tritt mit of­fe­nem Hemd­kra­gen auf. Der Vor­stand der Schwarz-Grup­pe mit ih­rer Dis­coun­ter­ket­te Lidl ver­ord­net al­len Mit­ar­bei­tern das Du. Und alle sin­nie­ren sie über neue Un­ter­neh­mens­kul­tu­ren.

Nur wie ernst neh­men die­se Un­ter­neh­men die Trans­for­ma­ti­on wirk­lich? Was ist hier Schein, was Sein?

Ich fin­de sym­bo­li­sches Ma­nage­ment nicht mal un­in­ter­es­sant, weil der nö­ti­ge Wan­del mit ra­tio­nal fo­kus­sier­tem Chan­ge-Ma­nage­ment al­lein nicht ge­lingt. Doch vie­le Top­ma­na­ger bie­dern sich le­dig­lich an. Sie bau­en eine Fas­sa­de di­gi­ta­ler Mo­der­ni­tät: in­sze­niert, ober­fläch­lich, nicht sel­ten pein­lich, weil hin­ter der Trans­for­ma­ti­ons­rhe­to­rik rei­ne Hilf­lo­sig­keit herrscht. Des­we­gen kom­men em­pi­ri­sche Stu­di­en auch im­mer wie­der zu dem Er­geb­nis, dass den Un­ter­neh­mens­füh­rern bei der Trans­for­ma­ti­on nicht nur di­gi­tal-stra­te­gi­sche Kom­pe­tenz, son­dern auch Glaub­wür­dig­keit fehlt.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 11/2016.