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„Viele Amerikaner sind zynisch geworden.“

Interview Donald Baer, PR-Mastermind und Ex-Kommunikationschef von Bill Clinton, über das System Donald Trump, Hillary Clintons Streberattitüde und seine Angst vor dem Wahlausgang.

Do­nald Baer Vom Wei­ßen Haus zu Bur­son-Marstel­ler, aber im­mer mit­ten­drin

Donald Baer gilt als ei­ner der ver­sier­tes­ten PR-Pro­fis in Wa­shing­ton. Er be­gann sei­ne Kar­rie­re 1985 als Jour­na­list beim Nach­rich­ten­ma­ga­zin „U. S. News & World Re­port“, für das er jah­re­lang aus der Haupt­stadt be­rich­te­te. An­fang der 90er Jah­re traf Baer auf den frisch ge­wähl­ten US-Prä­si­den­ten Bill Clin­ton, der ihn 1994 als Re­den­schrei­ber ins Wei­ße Haus hol­te. Spä­ter stieg Baer zu Clin­tons Kom­mu­ni­ka­ti­ons­chef auf und wur­de ei­ner sei­ner wich­tigs­ten Be­ra­ter. Die Kam­pa­gne zu Clin­tons Wie­der­wahl 1996 stamm­te maß­geb­lich von Baer, er lots­te sei­nen Chef auch durch die Le­wins­ky-Af­fä­re. 2007 wech­sel­te Baer zu Bur­son-Marstel­ler – ei­nem der welt­größ­ten PR-Kon­glo­me­ra­te. Seit Juli 2012 führt er das Un­ter­neh­men als World­wi­de Chair and Chief Exe­cu­ti­ve Of­fi­cer. Baer soll ei­nen en­gen Kon­takt zu den Clin­tons pfle­gen und Hil­la­ry wäh­rend des Wahl­kampfs ge­le­gent­lich be­ra­ten. Im US-Fern­se­hen tritt er re­gel­mä­ßig als Po­li­tana­lyst auf. ma­na­ger ma­ga­zin traf Baer in sei­nem Wa­shing­to­ner Büro, ein paar Blocks vom Wei­ßen Haus ent­fernt.

MM Herr Baer, wür­den Sie sich als Teil des Es­ta­blish­ments be­zeich­nen?

Do­nald Baer Nein, ich habe mich nie so ge­se­hen. Si­cher, ich habe in mei­nem Le­ben Rol­len aus­ge­füllt, die dem Es­ta­blish­ment zu­ge­ord­net wer­den. An­de­rer­seits stam­me ich aus North Ca­ro­li­na, bin in ei­ner Mit­tel­klas­se­fa­mi­lie auf­ge­wach­sen und habe nicht an ei­ner Ivy-Le­ague-Uni­ver­si­tät stu­diert. Ehr­lich ge­sagt, weiß ich gar nicht so ge­nau, was das Es­ta­blish­ment über­haupt sein soll.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 11/2016.