LEBEN

Das neue Gold

Whisky Japans Destillerien haben den etablierten Brennern den Whiskykrieg erklärt. Ihre Malts gewinnen die höchsten Preise. Sind die Japaner inzwischen die besseren Schotten?

Sein Ur­teil fürch­ten alle: Je­des Jahr kürt der Bri­te Jim Mur­ray (58), grau­er ge­pfleg­ter Bart, Hut, Tweed­sak­ko, den bes­ten Whis­ky der Welt. In Wil­low Cot­ta­ge, „ir­gend­wo im länd­li­chen Nort­hamp­tonshire“, be­wer­tet er Jahr für Jahr 4600 Sor­ten Sin­gle Malt, Ame­ri­can, Blen­ded Scotch für sei­ne „Whis­ky Bi­b­le“. Frü­her mal, da war Whis­ky Schmugg­ler­wa­re, Fu­sel. Heu­te muss er süf­fig, edel und rar sein, wird als Ka­pi­tal­an­la­ge ge­han­delt, zum Män­ner­ge­tränk schlecht­hin sti­li­siert. Und Mur­ray gilt als wich­tigs­te In­stanz die­ser Zunft.

2015 schock­te er sie, als er zum ers­ten Mal in der Ge­schich­te sei­ner Bi­bel ei­nen Ja­pa­ner auf Platz eins setz­te: Yamaz­aki Sin­gle Malt Sher­ry Cask 2013, 97,5 von 100 Punk­ten, „dicht, tro­cken, ab­ge­run­det wie eine Bil­lard­ku­gel“; die Fla­sche kos­tet heu­te 3600 Euro. Ein Meis­ter­werk, schwärm­te er. Die Schot­ten lan­de­ten mit ih­rem Na­tio­nal­ge­tränk nicht mal un­ter den ers­ten fünf.

Und so­fort hieß es: Mur­ray sei ge­kauft. Der kon­ter­te mit ei­nem Rund­um­schlag: Ver­dient hät­ten es die Ja­pa­ner längst, die Aro­men sei­en mu­ti­ger, fi­li­gra­ner, raf­fi­nier­ter, nicht so un­in­spi­rier­te Mas­sen­wa­re wie vie­le schot­ti­sche Sor­ten. Das saß. 2016 wie­der kein Schot­te in der Spit­zen­grup­pe. Und auch in dem ge­ra­de er­schie­ne­nen Ran­king für 2017 ha­ben es die Schot­ten nicht nach ganz oben ge­schafft.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 11/2016.