Wirtschaftskultur

Nostalgisch und schräg

Der legendäre Künstleragent Shep Gordon weist Managern den Weg durchs Chaos. Leicht, aber lesenswert.

On Tour US-Rock­star Ali­ce Co­oper (2. v. l.) mit Band und Ma­na­ger Shep Gor­don (M.) im Flug­zeug

Shep Gor­dons (70) Kar­rie­re als Rock­star­ma­na­ger be­gann mit ei­nem Faust­schlag ins Ge­sicht. Den ver­pass­te ihm Ja­nis Jo­p­lin in ei­ner Nacht des Jah­res 1968 an ei­nem Ho­tel­pool in Los An­ge­les. Gor­don, An­fang 20, frisch zu Hau­se aus­ge­zo­gen, im Blut eine or­dent­li­che Do­sis il­le­ga­ler Sub­stan­zen, hat­te Jo­p­lin schrei­en hö­ren und mein­te, eine Ver­ge­wal­ti­gung zu be­ob­ach­ten. Die Sän­ge­rin ver­trieb ihn kraft­voll und wid­me­te sich wie­der ih­rem Lo­ver. Am nächs­ten Mor­gen führ­te sie Gor­don in die Run­de der üb­ri­gen Ho­tel­gäs­te ein: Jimi Hen­d­rix, The Doors, Ali­ce Co­oper. Gor­don, der „klei­ne Jude aus New York“, stol­per­te in eine Welt von Sex, Drugs, und Rock 'n' Roll, in der er sich spon­tan am rich­ti­gen Platz fühl­te.

Mit „They Call Me Su­per­mensch“ legt er nun eine et­was an­de­re Ma­na­ger­bio­gra­fie vor: schräg, nost­al­gisch und hoch­un­ter­halt­sam. Da­mals am Ho­tel­pool nahm eine der er­folg­reichs­ten Kar­rie­ren Hol­ly­woods ih­ren An­fang, ganz ohne Busi­ness-School-MBA und eli­tä­re Be­zie­hun­gen. Seit knapp ei­nem hal­ben Jahr­hun­dert ist Shep Gor­don dick im Ge­schäft, er hat sich in die­ser Zeit quer durch die ame­ri­ka­ni­sche Un­ter­hal­tungs­in­dus­trie ge­pflügt: ma­nag­te Bands wie Ali­ce Co­oper und Blon­die, mach­te Spit­zen­kö­che wie den New Yor­ker An­t­ho­ny Bour­da­in be­rühmt und grün­de­te ein ei­ge­nes La­bel für In­de­pen­dent-Fil­me.

Mit der üb­li­chen Glät­te des Füh­rungs­per­so­nals von Big Busi­ness hat Gor­dons Be­rufs­ver­ständ­nis nichts ge­mein. Er gab sich oft eben­so groß­kot­zig wie sei­ne Schütz­lin­ge – aber nie grö­ßer als sie. „Kre­iere Win-win-Si­tua­tio­nen“, lau­tet ein zen­tra­ler Rat an sei­ne Le­ser. Ein an­de­rer „Mach dich nicht ver­rückt. Nut­ze dei­ne En­er­gie dazu, dei­ne Zie­le zu er­rei­chen.“

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 11/2016.