Unternehmen

Zahlungs­verzug

Missmanagement Die deutschen Banken drohen sich mit ihrem neuen Onlinebezahldienst zu blamieren. Die Geschichte von Paydirekt zeigt, wie schlecht es um die Reformfähigkeit der Finanzwelt bestellt ist.

Hört man sich über Ni­k­las Bar­telt (47) in der Fi­nanz­sze­ne um, ge­winnt man den Ein­druck, er sei im di­plo­ma­ti­schen Dienst. Ein Ver­mitt­ler sei er, ein net­ter Kerl, ge­seg­net mit aus­glei­chen­dem We­sen. Und ja, er habe wirk­lich ei­nen „heik­len Job“.

Bar­telt ar­bei­tet nicht als Bot­schaf­ter in Af­gha­nis­tan und auch nicht in So­ma­lia. Aber sei­ne Auf­ga­be ist ähn­lich hei­kel: Der ehe­ma­li­ge Volks­ban­ker ist Ge­schäfts­füh­rer von Pay­di­rekt, dem neu­en On­lin­ebe­zahl­sys­tem der hie­si­gen Ban­ken, ge­nau­er ge­sagt: der Pri­vat-, Volks- und Ge­nos­sen­schafts­ban­ken so­wie Spar­kas­sen.

Der Weg zur Ei­ni­gung war lang wie eine IBAN-Num­mer und kräf­te­zeh­rend wie eine M&A-Trans­ak­ti­on. Im­mer­hin, mit dem Bei­tritt der Spar­kas­sen, die sich be­son­ders lan­ge zier­ten, wer­den ab Ende April end­lich alle wich­ti­gen deut­schen Fi­nanz­in­sti­tu­te da­bei sein, um den ge­mein­sa­men An­griff auf den US-Gi­gan­ten Pay­pal zu star­ten. „Das war schon ein Kraft­akt“, sagt selbst der vor­sich­ti­ge Herr Bar­telt. Ei­ner, der sich am Ende wohl nicht mal lohnt.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 5/2016.